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„Auf Augenhöhe zusammen arbeiten“ Ein Interview mit Hanna Niang und ihre Vision für Amaro Kher.

Hannah ist ganz rechts im Bild.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Hier folgt ein Interview mit Hanna Niang,

Hanna ist Rechtsanwältin und ehrenamtlich seit 2013 bei Amaro Kher aktiv.

Jonathan:

„Wie war dein persönliches Erlebnis in Amaro Kher mitzuhelfen?“

Hanna:

„Ich kam 2013 das erste Mal nach Kriva Palanka, um Angelika zu vertreten, da mit der damals sogenannten Kontaktgruppe (Gruppe aus Bewohnern des Roma-Viertels) die Arbeit anstand, dass man gemeinsam den Hauskauf plant und durchführt, sowie Ideen und Vorschläge sammelt und festlegt, was in der Zukunft in Amaro Kher passieren soll.

Die Kontaktgruppe bestand damals aus 6 Roma- Männern und 1 Roma – Frau (Arti) und es ging mitunter sehr laut auf diesen Sitzungen zu, die wir nahezu täglich hatten, da jeder seine ganz eigenen Vorstellungen, Ängste, Befürchtungen hatte und die Meinungen in vielem sehr stark auseinandergingen.

Außerdem tendierten einige Männer dazu, immer nur von ihrer eigenen Meinung überzeugt zu sein. Trotzdem haben wir damals viel Spaß miteinander gehabt, viel gelacht, viel gearbeitet und viele Ideen gesammelt, die später auch umgesetzt wurden.

Ich habe tolle Menschen kennengelernt. Ich weiss nicht mehr genau wie oft ich in Kriva Palanka war, vielleicht 5 oder 6 mal. Es war immer sehr anstrengend, weil das Leben im Viertel einfach anstrengend ist:

Viele laute Kinder, die immer was von einem wollen, tagsüber Hitze nachts Kälte, häufig kein warmes Wasser, viel Dreck, viel Streit und viel laufen.

Man wird ein bisschen dankbarer, wenn man wieder nach Hause kommt nach so einer Reise. Dankbar für ein warmes Bett, für Platz zuhause, für ein funktionierendes Klo, für geteerte Straßen, für ein Behördensystem ohne Bestechungsgelder und vor allem für eine ordentliche Gesundheitsversorgung.

Aber bei allem Unwegsamen in Kriva Palanka, ist es doch auch super schön dort. Besonders gerne erinnere ich mich an die gemeinsamen Abendessen bei Indit und Adlaet mit vielen verschiedenen Menschen, wenig Platz, leckerem Essen, einem wunderbaren Zusammensein und dem Gefühl, dass man echt was erreichen könnte, um das Viertel ein bisschen besser für die dort Lebenden zu machen.

Lange habe ich Amaro Kher nur am Rande unterstützt, da Angelika das Ruder wieder voll übernommen hatte, nachdem es ihr 2014 wieder besser ging.

Wir waren auch mehrfach zusammen unten, aber in den letzten 3 Jahren habe ich Amaro Kher nur noch am Rande begleitet. Nach Angelikas Tod im April war sofort für mich klar, dass ich zwar nicht in der Lage bin sie zu ersetzen, dass ich aber alles versuchen werde, um das Projekt bestmöglich weiter zu begleiten und zu unterstützen.

Mir ist es unheimlich wichtig, dass das Projekt Amaro Kher gut weiterläuft und ich habe das Gefühl, dass das was Angelika/Mama an Samen gesät hat, nun langsam zu einer Ernte wird.

Darum bin ich gerne weiter dabei und möchte den Verein weiter unterstützen. Endziel ist für mich, dass die Roma das Haus und die Projekte irgendwann komplett alleine verwalten und organisieren (da sind wir schon sehr weit gekommen mittlerweile) dass noch mehr Arbeitsplätze in Amaro Kher geschaffen werden können und wirklich jeder der möchte aus dem Viertel von Amaro Kher profitieren kann und dass sich das Haus (ggf. mit Hilfe von EU- Förderungen bezogen auf die Gehälter, aber auch als kleines Unternehmen, was Sachen produziert) alleine tragen kann.

Und dass wir dann irgendwann einfach nur noch vorbei schauen, um uns auszutauschen, uns zu besuchen und gemeinsam zu feiern was die Roma und die deutsche Gruppe dort auf die Beine gestellt haben.“

Jonathan:

„Was denkst du über die Situation der Roma in Mazedonien?“

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass die Situation für alle Menschen, die nicht viel Geld oder einen guten Job haben, in Mazedonien schwierig ist. Gerade in den kleineren Dörfern wie Kriva Palanka sind die Zukunftsaussichten für alle sehr schwierig, da es kaum Arbeitsplätze gibt und die Sozialhilfe kaum reicht, um über die Runden zu kommen.

Für die Roma ist es aber immer noch ein Stück schwieriger, da sie von der mazedonischen Bevölkerung politisch aber auch tatsächlich ausgegrenzt und diskriminiert werden.

Das fängt schon in der Schule an, wo Lehrer Romakinder benachteiligen anstatt sie zu fördern, zumal sie es sowieso schon schwerer haben, da sie häufig nicht gut mazedonisch sprechen wenn sie auf die Schule kommen, da zuhause nur Romanesque gesprochen wird. Zudem sind die Roma häufig Vorurteilen ausgesetzt, was wir auch schon selbst mitbekommen haben als uns beispielsweise der Zugang zum Schwimmbad mit den Kindern aus dem Roma- Viertel verwehrt wurde.

Da ist es umso verständlicher, dass viele das Ziel haben, Kriva Palanka und Mazedonien zu verlassen, um für sich und die Kinder eine bessere Zukunft zu ermöglichen z.B. in Deutschland. Amaro Kher möchte aber dabei helfen, die Menschen zu ermutigen, in Kriva Palanka zu bleiben und ihnen dabei helfen, die Situation vor Ort zu verbessern.

Das ist eine schwierige Aufgabe und geht auch nicht von heute auf morgen. Aber ich sehe hierfür Licht am Ende des Tunnels. Vor allem weil wir derzeit immerhin 2 Vollzeit und 3 Minijobs geschaffen haben, bei denen die Roma für faires Geld arbeiten können und gleichzeitig durch ihre Arbeit die Situation im Viertel verbessern durch ihre Arbeit mit den Kindern und Erwachsenen. Auch toll finde ich, dass eine unserer Angestellten Mazedonierin ist und so auch eine mazedonisch- romanische- Annäherung im Kleinen stattfindet.

Jonathan:

Warum hast du dich für dieses Projekt engagiert? Was macht Amaro Kher unterstützenswert?

Hanna:

Ich finde es sinnvoll, wie bei Amaro Kher, die Hilfe auf Bildung/Weiterbildung auszurichten. Sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe. Da hierüber erreicht werden kann, dass die jungen Menschen bessere Chancen auf einen Schulabschluss und somit auf Ausbildung, Studium und Arbeit erhalten. Man könnte den Menschen natürlich auch einfach monatlich mit Spenden wie Kleidung und Lebensmitteln helfen, damit sie besser über die Runden kommen. Aber dann wird sich hierbei für die Zukunft nicht viel ändern. Wichtiger es meiner Meinung nach, den Bewohnern des Viertels Möglichkeiten zu geben sich weiter zu bilden (bei der Hausaufgabenhilfe oder der Abendschule für Erwachsene) und dabei gleichzeitig zu versuchen, den Alltag und die Rahmenbedingungen zu erleichtern durch das täglich warme Mittagessen für die Schulkinder, die Möglichkeit für Bewohner des Viertels sich bei dem Nähprojekt ein bisschen was dazu zu verdienen, mit dem Werkzeugverleih die Möglichkeit zu erhalten sich kostenlos Geräte zu leihen um die Hütten und Häuser besser zu gestalten, aber auch, um einen gemeinsamen Raum für das Viertel zu haben, in dem man die Möglichkeit hat, dort Feste zu feiern, sich zu versammeln und zu organisieren.

Wunderbar an dem Projekt Amaro Kher finde ich auch, dass sich die Roma mittlerweile sehr gut in Eigenregie um die Angelegenheiten des Hauses und des Vereins kümmern und wir auf Augenhöhe zusammen arbeiten können und somit die Akzeptanz im Viertel gewachsen ist und wir viele Aufgaben an die Roma abgeben konnten.

Ich habe viel Vertrauen in unsere Freunde aus Edinstvo, dass sie nun Amaro Kher gestalten, wichtige Entscheidungen alleine treffen und die Organisation des Hauses und der Bildungsprojekte selbst durchführen.

„Es ist eine Katastrophe“ Idris im Interview über die Situation in Mazedonien.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Hier folgt nun ein Interview, dass ich am 13.10.2020 mit Idris La Mustafovski geführt habe:

Jonathan:

“Hallo Idris, ich hoffe, es geht dir gut.
Wie geht es dir mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen 
Folgen? Was hat sich in deinem Leben verändert? Bist du betroffen durch 
die Situation?”

Idris:

“Mit der Pandemie geht es mir gar nicht gut. Es fühlt sich an wie in 
einem Horrorfilm, ehrlich.
Wir durften uns nicht mit Freunden und Bekannten Treffen, wir durften 
uns nicht die Hand geben, auch wenn wir mit unserer Familie sind müssen 
wir einen Meter weg von den anderen sein und klar mit Maske.
Es ist eine Katastrophe, am traurigsten ist es für die Menschen die von 
ihrer Arbeit gelebt haben, wie zum Beispiel Menschen die Flaschen 
gesammelt haben, dürfen das leider nicht.

Jonathan:

“Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf das Leben der Menschen in 
dem Roma-Viertel, Edinstvo?”

Idris:

“Die Krise ist sehr schlimm in Edinstvo, es ist sehr schlecht, Menschen 
können nicht arbeiten gehen, es gibt Menschen, die kaum warten können, 
die Sozialhilfe zu bekommen, um zu überleben. Die anderen die Arbeit 
hatten, sind Zuhause wegen Corona und können kaum überleben, es fällt 
mir schwer und es tut mir leid das zu schreiben.”

Jonathan: Wie geht es den Kindern?

Idris:

“Die Kinder sind im Moment geschützt vor dem Virus. Manche Kinder 
schreiben online, manche gehen hungrig zur Schule und wenn sie 
zurückkommen warten sie das wir ihnen etwas geben.”

Jonathan: “Wie funktioniert die Hausaufgabenbetreuung während Corona? 
Macht ihr Online-Unterricht oder dürft ihr euch in Amaro Kher treffen?”

Idris:

“Die Unterstützung der Hausaufgaben funktioniert ganz gut, die Kinder 
von der ersten bis dritten Klasse gehen zu Schule und schreiben in Amaro 
Kher ihre Hausaufgaben.
Die Kinder von der vierten bis zur neunten Klasse schreiben über das 
Online-Programm und später treffen sie sich mit den Kollegen Arti und 
Jadranka via Tablet oder Handy.
Mit manchen Kindern treffen wir uns Zuhause, vor allem bei denen die es 
schwer haben, es ist nicht so einfach, aber wir müssen so arbeiten.

Ich arbeite mit der ersten bis dritten Klasse, weil ich das möchte und 
ich bin zufrieden mit der Arbeit und dem Gehalt.
Wir respektieren die Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus. Es ist 
bedauerlich, dass wir uns nicht umarmen, berühren oder gar nicht spielen 
dürfen. Aber wir müssen die Schutzmaßnahmen respektieren.”

Jonathan: “Vielen Dank für das Interview, Idris.”

Idris: “Danke lieber Jonathan und liebe Grüße”

„Das einzige Ziel war für mich die Kinder glücklich zu sehen“ Ein Bericht von Idris.

Heute würde ich Ihnen gerne Idris vorstellen. Idris ist ein junger Mann, der im Roma Viertel Edinstvo aufwuchs.

Heute ist er als Assistent bei dem Schulprojekt angestellt und hilft bei der Hausaufgabenbetreuung in der Erwachsenenbildung.

Idiris ist eines der Gründungsmitglieder der NGO „LUHU AJIDRIS ROMA“

Hier folgt sein persönlicher Bericht.

Amaro Kher(1) war für mich immer ein Ort, an dem ich mich beruhigt gefühlt habe.

Es motiviert mich, dass die Deutschen(2), sich bemühen für die Roma und besonders die Kinder.

Als ich das verstanden habe! Habe ich angefangen in Amaro Kher, im Gemeinschaftshaus zu arbeiten.

Ich hätte mir gewünscht in Deutschland einen Freiwilligendienst zu

machen, aber als Arti Arifovska zurückkam, haben wir sofort angefangen mit dem Projekt Hausaufgabebetreuung.

Das hat mich echt ermutigt und ich habe mich glücklich gefühlt.

Ich habe für zwei Jahre freiwillig mitgearbeitet.

Wir haben sehr viele Aktivitäten gemacht, Waldorfpädagogik, es war echt ein Wunder wie die Kinder Amaro Kher akzeptiert haben, und die Waldorfschule akzeptiert haben.(3)

Das einzige Ziel war für mich die Kinder glücklich zu sehen, wir haben uns bemüht, dass sie glücklich sind.

Wenn ich zu Amaro Kher (das Gemeinschaftshaus) ging, sind die Kinder sofort zu mir gekommen, ich habe sie auf meinen Schoß genommen und sie waren glücklich.

Das hat in mir den Wunsch geweckt mit den Kindern zu arbeiten.

Es war sehr berührend, wenn die Kinder sich an den Tisch gesetzt haben. Sie konnten es kaum erwarten, dass wir das Lied singen: „gesegnete Mahlzeit und guten Appetit” und alle zusammen nehmen sich an den Händen.

Ich weiß nicht mit welchen Worten ich das beschreiben kann, aber es ist sehr gut mit den Kindern zu Arbeiten.

Später haben wir die NGO gegründet: „LUHU AJIDRIS ROMA“ und dann war ich

noch glücklicher, als ich gehört habe, dass ich auch dort anfangen darf zu arbeiten.

Ich arbeite bei dem Projekt Abendschule und kann so auch ein bisschen Geld verdienen.

Da war ich nur noch am Staunen.

Tag für Tag, die Erwachsenen waren wie Kinder in der ersten Klasse.

Jeden Tag schreiben lernen und ich war sehr zufrieden mit den

(erwachsenen) Schülern, es ist ein Wunder.

Ich hoffe wir werden noch für viele Jahre so funktionieren und mit

Zufriedenheit arbeite ich noch und mehr.

Ich hoffe die Spender werden menschlich sein für diese Kinder und Menschen

Mit Respekt

Idris Mustafovski

Anmerkungen:

!: das Gemeinschaftshaus

2: gemeint sind die freiwilligen Helfer des Fördervereins Amaro Kher e. V.

3: gemeint ist die Hausaufgabenbetreuung, welche sich an den Prinzipien der Waldorfpädagogik orientiert.

„Am wichtigsten ist: Die Kinder bekommen ein warmes Essen“ Bericht von Arti.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

heute würde ich ihnen gerne Arti vorstellen.

Arti ist dem Projekt schon seit der Gründung im Jahre 2013 eng verbunden. Im den Jahren 2017/2018 absolvierte sie einen einjährigen Freiwilligendienst in dem Hort der Waldorfschule Karlsruhe.
Mit den erworbenen pädagogischen Fähigkeiten leistet sie einen wichtige Beitrag in der Hausaufgabenbetreuung. Zudem betreut Arti die Nähwerkstatt der Frauen.

Ich bin Arti Arifovska aus Kriva Palanka in Nord Mazedonien.
Alles hat angefangen als ich von meinem Freiwilligendienst in Deutschland zurück nach Mazedonien gekommen bin.

Ein Jahr lang habe ich in der Waldorfschule in Karlsruhe gearbeitet und habe so viel, das kann man sich gar nicht vorstellen, gelernt über die Arbeit mit Kindern und die Waldorf Pädagogik.

Als ich zurückgekommen bin und angefangen habe mit den Kindern im Projekt Amaro Kher zu arbeiten, hatte ich den Wunsch von unserer lieben Mama Luhu Angelika dabei.

Bis jetzt arbeite ich im gleichen Projekt mit Kindern. Und es ist ein Wunder! Manche Kinder haben nie so etwas erlebt…

Ich habe den großen Wunsch alles das zur erschaffen in Kriva Palanka, was ich in Deutschland gelernt habe.
Großen Dank an Angelika Luhu! Wir haben geschlafen bis (Gründung von) NGO LUHU AJIDRIS ROMA“ (1)

Die Kinder sind sehr glücklich und wir machen viele Aktivitäten, zum Beispiel Hausaufgaben erledigen, stricken lernen und gemeinsam spielen.
Jede Woche machen wir ein Picknick.
Am wichtigsten ist: Die Kinder bekommen ein warmes Essen in Amaro Kher vor und nach der Schule.
Sie essen in Amaro Kher und dann gehen sie in die Schule, wir haben ihnen diesen Wunsch erfüllt, und dann kommen sie zurück mit guten Noten. Es ist echt schön mit den Kindern zu arbeiten.

Dann haben wir noch das Näh-Projekt der Frauen. Das hat angefangen als Angelika jedes Jahr zweimal nach Kriva Palanka gekommen ist und ich meinen Freiwilligen Dienst in Deutschland gemacht habe.

Angelika hat das angefangen, weil viele Frauen zu Hause bleiben und nichts machen können, deswegen hat Angelika hat überlegt dieses Projekt zur erschaffen.

Die Frauen nähen Taschen und Lavendelsäckchen und haben dieses Geld für sich zum Leben.

Viele Frauen waren glücklich und sind noch glücklich in dieser kritische Situation.

Ich bedanke mich sehr für alle Spenden, die uns das ermöglicht haben.

Liebe Grüße von NGO LUHU AJIDRIS ROMA. 🙂❤️

1: NGO LUHU AJIDRIS ROMA ist die neu gegründete mazedonische NGO mit der wir eng zusammenarbeiten.

Rundbrief August 2020

Bericht Amaro Kher August 2020

Viel hat sich getan in den letzten Monaten…

Der Tod von Angelika, Initiatorin, Mitgründerin und „Mama von Amaro Kher“, hat uns alle schwer getroffen. Auch in Edinstvo war die Trauer groß über den Tod von „Mama Angelika“.

Trotzdem musste es mit der Arbeit weitergehen und es hat sich einiges getan in den letzten Monaten.

Aufgrund der Corona Pandemie, die natürlich auch vor Mazedonien und Kriva Palanka nicht Halt machte, musste vieles verändert und angepasst werden. Insbesondere musste die Hausaufgabenhilfe zeitweilig auf Online- Unterricht umgestellt werden und Masken für die Bewohner besorgt werden.

Hierfür haben wir u.a. die Kosten für eine Erstausstattung mit Masken übernommen, sowie unsere Lehrerinnen mit Geräten ausgestattet, damit sie den Online – Unterricht besser durchführen können.

Anschließend galt es, endlich die Gründung der mazedonischen NGO voranzutreiben. Die Gründung einer NGO vor Ort war von Nöten, da Amaro Kher die bisher dort Arbeitenden fest anstellen wollte (mit Krankenversicherung etc.) und dies nur möglich ist, wenn man eine mazedonische NGO gründet. Lange war nicht klar, wer als Gründungsmitglieder für eine solche Gründung in Frage kommt, da mit einer solchen Mitgliedschaft als Gründer nachteilige Formalitäten zusammenhängen und man den Anspruch auf die (sowieso schon sehr geringe) Sozialhilfe verliert. Schließlich haben sich aber genügend Gründungsmitglieder gefunden und Jadranka und Arti haben super toll in Eigenregie die Gründung mit den Mitgliedern organisiert und durchgezogen.

Arti und Jadranka bei der Gründung der NGO auf dem Amt in Kriva Palanka

Hier die NGO bei ihrer kleinen Gründungsfeier im Cafe.

Die Mitglieder in der NGO sind (von links nach rechts): Ramus, Sercana, Dolan, Ibo, Idris, Jadranka und Arti.

Der nächste Schritt war dann, festzulegen, wer in welchen Projekten in Amaro Kher arbeitet und welche Löhne dafür gezahlt werden. Gemeinsam mit der NGO kamen wir zu dem Ergebnis, dass wir die Angestellten unabhängig von ihrem Bildungshintergrund bezahlen möchten, also alle denselben Stundensatz erhalten. Hintergrund dieser Idee ist, dass wir jede Arbeit die in Amaro Kher stattfindet gleich wertschätzen möchten. Sei es nun das Puten, Kochen, Hausaufgabenhilfe oder Hausmeister.

Angestellt in Amaro Kher sind nun folgende Personen:

Arti, Jadranka, Sercana und Idris. Arti und Jadranka arbeiten in Vollzeit, Sercana und Idris als Minijob bei Amaro Kher. Auch Ibo wird in Zukunft bei Amaro Kher als Hausmeister arbeiten.

Arti und Jadranka organisieren und geben die Hausaufgabenbetreuung für die Kinder ab Klasse 5.

Sercana putzt in Amaro Kher und kocht das Essen für die Kinder der Hausaufgabenhilfe.

Dann gibt es noch die Projekte Abendschule Erwachsene von Jadranka und Idris und das Nähprojekt, was Arti leitet.

Das Projekt Abendschule für Erwachsene hat Jadranka angestoßen und die Leitung und Durchführung übernommen, Idris assistiert ihr dabei. Das Projekt soll Erwachsenen aus dem Viertel ermöglichen, ihren Grundschulabschluss nachzuholen. Jadranka hat hierfür eine Schule in Skopje gefunden, die ihr Aufgaben für die Schüler zuleitet, welche Jadranka dann täglich mit den Erwachsenen bearbeitet. Die Prüfungen werden dann halbjährlich in Skopje geschrieben. Jadranka organisiert die Zusammenarbeit mit der Schule und leitet den Nachhilfeunterricht gemeinsam mit Idris als ihrem Assistenten. Neben dem Unterricht, bezahlt Amaro Kher auch die Schulbücher, Schulmaterialien, sowie die Transportkosten und Schulkosten für die Prüfungen an der Schule in Skopje.
Bisher haben sich 11 Leute für die Abendschule angemeldet.

Jadranka und Idris bei der Verteilung der Schulbücher und Schulmaterialien für die Erwachsenen- Abendschule

Das Nähprojekt ist die Fortführung dessen, was Angelika in den letzten Jahren mit den Frauen aus dem Viertel angefangen hatte. Die Frauen nähen, nunmehr unter Artis Organisation und Anleitung Taschen, Turnbeutel, Lavendelsäckchen etc., welche in Deutschland verkauft werden. Hier können sich die Frauen, die die Sachen nähen, dann ein bisschen was dazuverdienen.
Das Projekt ging schneller los als erwartet und die Frauen haben super schnell den ersten noch bestehenden Auftrag mit 150 Taschen erledigt. Auch einen zweiten Auftrag über weitere 100 Taschen, haben die Frauen innerhalb von 1,5 Wochen schon geschafft. Wir brauchen also dringend neue Abnehmer für unsere kleine Nähfabrik. Wer also gerne Taschen, Turnbeutel, Lavendelsäckchen, gestrickte Wollsocken oder Ähnliches in größerer Menge abnehmen möchte, möge uns bitte gerne kontaktieren.

Taschen aus dem Nähprojekt
150 handgenähte Taschen

DIE NGO
Die NGO hat sich als Gruppe sehr gut zusammengefunden und trifft sich in regelmäßigen Abständen, um die Arbeit in Amaro Kher zu organisieren. Wir sind in ständigem Kontakt und die Gruppe schreibt uns von jeder ihrer Sitzungen ein Protokoll.

Hier die NGO bei einem ihrer Treffen in Amaro Kher.

Nachruf für Angelika

Wahrscheinlich habt Ihr bereits von der traurigen Nachricht gehört. Angelika Ludwig-Huber ist am Morgen des Ostersonntags im Beisein ihrer Liebsten von uns gegangen. Bis zuletzt beantwortete Angelika Fragen nach ihrem Zustand mit Erfolgen und Rückschlägen ihrer vielen Projekte oder Neuigkeiten aus der Familie. Selbst der kraftzehrende Kampf gegen den Krebs konnte ihr Leuchten und ihren Lebensmut nicht erlöschen lassen. Ich denke deshalb ist es nur in ihre Sinne, weit mehr zu sehen, als die Tragödie eines zu frühen Todes eines Menschen, nach dem unsere Welt mit all ihren Problemen geradezu lechzt. Nein – wir sollten mit einem Lächeln an ihr großartiges Lebenswerk denken, das unbemerkt noch viele Menschleben überdauern wird. An Samen, die Sie ungezwungen in ihren Mitmenschen säte und den unendlichen Tatendrang, dessen einzige Grenze ein endlicher Tag in einem endlichen Körper zu sein schien. Egal, ob in ihrem Verein für Mediation, der Leitung des Orchesters, Vorstand Amaro Khers und all den anderen Rollen die Angelika einnahm – Jedes Wort und jede Tat Angelikas zeugte von ihren unverhandelbaren Idealen einer emphatischen, gerechten und freien Welt. In ihrer uneingeschränkten Authentizität vermochte Sie gar, sich ganz von Erwartungen an Gegenleistungen oder Anerkennung loszumachen und nahm somit stets einen unverzichtbaren Knotenpunkt für alle harten und doch notwendigen Entscheidungen ein. Diese Entscheidungskraft, welche stets auf ihrem unerschöpflichen Verständnis fußte, brachte Angelika eine natürliche Autorität, welche sie auch in aufgeladenen Ernstfällen besonnen, weise und klar verstehen und argumentieren lies. Mit all diesen Fähigkeiten und Eigenschaften wird sie nicht nur ein nicht mehr zu füllendes Loch hinterlassen, sondern auch ein Vorbild und kostbare Inspiration.

Angesteckt von Angelikas Flamme der Empathie wollen wir nun umso mehr das Projekt „Amaro Kher“ weiterführen und ihren Traum von einer besseren Welt verfechten.

Erinnerungen an Angelika findet ihr unter: http://erinnern-an-luhu.de/

Rundbrief Herbst 2019

AMARO KHER SOMMERFAHRT 2019

Diesen Sommer war es wieder so weit: in einem vollbesetzten 9er-Stadtmobil-Bus fuhren wir im August für 2 Wochen nach Mazedonien.

Im Gepäck: verschiedene Baumaterialien, Werkzeuge, eine Rutsche, Wolle und Stoffe für unsere Nähmanufaktur und nicht zuletzt 9 motivierte und offene Leute, bereit, ihren Urlaub und ihre freien Tage zu nutzen, um in Amaro Kher Neues zu erschaffen, körperlich zu arbeiten und prägende
Erfahrungen zu sammeln.
Nach 24 Stunden Fahrt wohlbehalten das Ziel erreicht, ging es los: es standen 2 große Bauprojekte an, daneben gab es noch verschiedene Ausbesserungen und kleinere Projekte zu tun. Dank Yara, Julia, Lennart, Julius, Till, Julian, Janina, Andreas, Judith und vor allem Sebastian, der die Projekte anleitete und das nötige Wissen mitbrachte, konnte so gut wie alles, was wir uns für diesen Sommer vorgenommen hatten, fertiggestellt werden.

Zum einen war das die Zwischenebene samt Treppe und Geländer im großen Saal, an der bis in die späte Stunde der letzten Nacht gearbeitet wurde. Dass diese nun sicher und begehbar ist, kann man als wahren Meilenstein für Amaro Kher bezeichnen: denn sie wird nicht nur als Zwischenlager für die Stoffe und Wolle der Nähmanufaktur dienen, sondern auch als alternativen Aufenthaltsraum für die Kinder in der Hausaufgabenbetreuung, wenn im Winter das Holz knapp und die untere Ebene sehr kalt wird.

 

Zum anderen konnten wir (u.a. dank der Spendengelder von der  Organisation CHILDREN Jugend Hilft!) aus dem alten Eselstall auf dem Amaro Kher Grundstück einen richtigen Kinderspielplatz bauen: mit Rutsche, Kletterwand, Kletterseil, großzügiger Spielebene mit Holzbänkchen und -tisch und  Kletternetz ist er  eine wahre Attraktion und kommt sehr gut bei den Kindern in Edinstvo an, die diesen freudestrahlend nutzen.

 

Unsere Tage in Kriva Palanka waren geprägt von gemeinsamen Frühstücken, die uns gestärkt in den Tag starten ließen, intensiven und fordernden Bauphasen in der mazedonischen Sommerhitze, Flow Momenten während der Arbeit, strahlenden Kindergesichtern bei Ausflügen in die Berge oder ins Schwimmbad, gemeinsamen Mahlzeiten auf unserer schönen Terrasse und nicht zuletzt von guten Gesprächen und glücklichen Momenten voller Lachen und Leichtigkeit, wenn wir die Abende zusammen ausklingen ließen. Nach dieser Zeit voller Fülle, die uns jedoch auch einiges abverlangte, ging es wieder zurück nach Deutschland. Wir werden die prägenden Erfahrungen und die wertvollen Momente nicht so schnell vergessen und in unseren Herzen mit in den Alltag nehmen.

Danke für die wundervolle Zeit.

Nina

 

Amaro Kher: Fußball-Mannschaft des Sommers 2019 (das muss auch mal
sein!)- nach getaner Arbeit im Haus

 

 

Karlsruher Jugendliche mit Preis geehrt

Endlich! Der in der Karlsruher Waldorfschule gegründete gemeinnützige Verein Amaro Kher gewinnt dank Nina Roos‘ poetischer Ader beim „CHILDREN Jugend hilft!“-Wettbewerb für ehrenamtliches Engagement von Kindern und Jugendlichen. Der Preis soll in Berlin überreicht werden und so fahren vier Vertreter des Projektes am 18. September zügig in die Hauptstadt. Zusammen mit uns trudeln im Laufe des Abends sieben weitere Siegerprojekte ein, die in der Form ihres Engagements und des Alters ihrer Mitglieder ebenso weit auseinander lagen wie die Länder, in denen sie wirken. Beispielsweise ein junges Pärchen, welchem man anhand der Kleidung schon von weitem den Stellenwert ihres Projektes (und das aufgeführte Genre) ansehen kann, schafft musikalisch einen Raum für kulturellen Austausch im mecklenburgischen Güstrow. Fünf besonders junge Teilnehmer ermöglichen Kindern im kongolesischen Bukavu eine Mahlzeit in der Schule und singen auf dem Infomarkt mit stolzgeschwellter Brust auf Swahili. Die Organisatoren finden sich also vor der kniffligen Aufgabe dieser bunten Schar eine bereichernde Zeit zu bereiten und trotz des straffen Programms auch etwas Freiraum für die jugendliche Neugierde der Millionenstadt zu lassen.

Trotz abendlicher Erkundung beginnt der Tag schon früh. In etwa 15 Workshops lernen wir über die Grundsätze pragmatischer Zielsetzung, Sensibilität im Umgang mit kulturellen Differenzen, Fundraising, Social Media und vieles mehr. Auch bekommt jedes Projekt zwei Mentorinnen zugeteilt um bei konkreten Herausforderungen zu helfen. Die kleinen Pausen werden mit auflockernden Sozialspielen belebt, in welchen man – sollte man es schon wieder vergessen haben – daran erinnert wird Spaß zu haben, und auch für eine Stadtrally und einen Abstecher zu den Klimaprotesten ist Zeit. Stets im Fokus ist der Austausch zwischen den unterschiedlichen Projekten, um zu verhindern, in altbekannte Fallen zu tappen und bewehrte Erfolgskonzepte zu verschlafen.

Unmerklich vergingen so drei Tage- und schon stand der krönende Abschluss bevor. Nach einer großzügigen Pause des Schickmachens werden wir von pedantisch dekorierten und mit allerlei Köstlichkeiten versehenen Tischen erwartet. Sobald die Mägen gefüllt sind, beginnt die offizielle Preisverleihung. Doktor Jürgen Rembold der gleichnamigen Stiftung eröffnet als Spender CHILDRENs mit seinem ganz persönlichen Weg zur Wohltätigkeit, und dann werden die Projekte einzeln in Videos vorgestellt und auf der Bühne mit einer Trophäe ausgezeichnet. Nun wurde auch die flüssigen Lebensmittel freigegeben und sorgten für einen langen und aufregenden Abend, der fast nahtlos in die letzte Station im Schloss Bellevue überging. Zu den wertschätzenden Reden des Großspenders Dr. Florian Langenscheidt und der deutschen „First Lady“ Elke Büdenbenders werden spektakuläre Brezeln und farbarme Säfte zum Schonen der teuren Teppiche angeboten.

Ich denke für uns alle sprechen zu können, wenn ich sage, dass der ein oder andere Euro wohl besser in den Projekten selbst als in dem Berlin Camp aufgehoben wäre und doch war es eine tolle Zeit, aus der wir neue Motivation, Ideen und Freundschaften mitnehmen konnten. Ach ja, Amaro Kher ist mit der Auszeichnung durch CHILDREN übrigens automatisch für den deutschen Engagement-Preis nominiert. Über den Sieger dieses Wettbewerbs kann jeder im Besitz eines Internetfähigen Endgerätes befindliche Mensch entscheiden…

-Julius-

 

Gedanken einer Mitarbeiterin : in Deutschland …..in Erinnerung an (Nord-)Mazedonien:

warmes Wasser beim Duschen, abends satt ins Bett, funktionierende Toilette. Klima im Sommer, Heizung im Winter. immer in Sicherheit. zur Schule gehen dürfen, alle Möglichkeiten offen, alle Chancen dieser Welt, später mal: gut bezahlter Job. einkaufen, worauf ich Lust habe. essen, worauf ich Hunger habe. alles selbstverständlich?
ist alles einfach da. immer da gewesen. aber nicht überall, nicht für jeden. und das vergesse ich oft.
Mazedonien holt mich jedes Mal zurück in die Realität. so zu leben, wie ich das kann, ist ein Privileg.

Sie lachen und schreien wie andere Kinder. Sie spielen zusammen, erfinden Geschichten und toben herum.
Sie fallen hin und weinen. Stehen wieder auf.
Als ich einem der Kinder ein Pflaster auf den entzündeten Finger mache, drängen sie sich alle um mich herum, halten mir ihre Wunden entgegen, nach denen sie niemand je gefragt hat. Denn niemand interessiert sich für sie.
Da ist Masi, sie ist 16. Ihre Eltern wollen, dass sie bald heiratet, aber sie wehrt sich dagegen, so gut sie kann. Sie will zur Schule gehen, aber dieses Privileg wird ihr verwehrt. Der Direktor sagt, sie könne in die fünfte Klasse gehen oder wegbleiben. Also lernt sie zuhause, vor allem deutsch. Für später, sagt sie, wenn sie dann in Deutschland leben wird.
Judy, 5 Jahre alt, ihr Gesicht ist voller Narben. Sie stammen von einem Brand in der Hütte ihrer Familie. Sowas kommt vor, wenn man keine andere Möglichkeit hat, als mit offenem Feuer oder gefährlichen Heizlüftern für ausreichend Wärme in einer schlecht isolierten Unterkunft zu sorgen, bei minus 10 Grad im Winter.
Elmedin, 8 Jahre alt, hat im Sommer ein paar Monate auf den Weintrauben Plantagen gearbeitet, zusammen mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder. Denn er braucht einen Schulranzen, sein Vater lässt nicht zu, dass er mit einer Plastiktüte zur Schule geht, zu demütigend ist es für ihn. Mit dem auf der Plantage verdienten Geld kauft er seinem Sohn einen richtigen Rucksack, er kann nun den Schulstoff den er verpasst hat, wieder nachholen.
Ein kleiner Junge mit offenen Schnürsenkeln, ich kenne seinen Namen nicht. Er ist vielleicht 6 oder 7 Jahre alt. Und er ist anders. Die anderen Kinder erzählen mir, dass seine Eltern ihm Kaffee geben und Zigaretten.
Es tut weh, das zu sehen. Es tut weh, ihre Schicksale zu hören. Und was kann ich tun? Ich höre zu, verteile Pflaster. Ich flechte Haare, wische Tränen weg, putze Nasen, trage sie den Rückweg von unserem Spaziergang in den Bergen, wenn ihre Beine müde und ihre Augen schwer geworden sind. Nehme sie in den Arm, versuche, ihnen ein bisschen von der Liebe zu geben, die sie zuhause oft nicht bekommen. Denn dort warten stattdessen nur allzu oft Schläge, Hunger, eine beklemmende Enge und Frust.

Danke !

 

Soziale Plastik:

Seit einiger, längerer Zeit gibt es eine Klasse, die dieses interessante Gehäuse in der FWS Karlsruhe betreut: Flaschen, die zu Pfand führen, die zu Geld führen, das ergänzt wird von Schülerinnen aus der Klasse 11 b, die eine ganz einfache Antwort auf die Frage haben: warum tut ihr das?

…“Für uns ist das ganz einfach, wie ein Eis mehr oder weniger- es bricht uns nichts ab- aber wenn das wenige, was uns nicht wirklich schwer fällt, dazu führt, dass eine junge Romni studieren kann, dann ist das doch wunderbar!…“

Und ja: es ist so: Fatima bekommt von diesem Geld eine kleine Unterstützung, damit sie in Skopje studieren kann, Medizin!

Wir danken den Schüler*innen der 11b, ihren Klassenbetreuern und freuen uns, wenn das so weiter geführt werden kann!…. und vielleicht Nachahmer findet ?

Wir danken auch weiteren Spender*innen, die regelmäßige Beiträge auf unser Konto schicken, von dem wir die Arbeit mit den Kindern finanzieren. Und wir würden gerne —-

ALLEN eine entsprechende Spendenquittung zukommen lassen!!! Nur haben wir von einigen wenigen einfach keine Adresse!!!! Und die Banken achten sehr auf die Nichtweitergabe privater Daten, und so hoffen wir, dass SIE SICH melden, wenn Sie zu diesen lieben Menschen gehören, die uns bei unserer Arbeit finanziell unterstützen!!! Und die von uns nur deshalb keine Rückmeldung bekommen, weil wir keine Adresse haben!!!

 

Und wie geht es den Personen, die in Amaro Kher arbeiten?

Arti hat Anfang Oktober ihr Baby bekommen und ist in Elternzeit. Jadranka hat sich bereit erklärt, sie zu vertreten, gemeinsam mit Natalija, die ihre Stunden etwas aufgestockt hat. Da wir nur 3 Tage zusätzlich bezahlen können, hat Jadranka weitere Tage ohne Bezahlung übernommen, da die Kinder und Eltern in Amaro Kher an möglichst vielen Tagen der Schulwoche Unterstützung haben möchten. Wir sind sehr dankbar dafür!

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UND ZUM VORMERKEN:

 

Einladung zur Mitgliederversammlung am

Sonntag, 8.12.19 // 14 Uhr

In der Freien Waldorfschule Karlsruhe- Neubau

Wir sind gerade dabei, Vorstand und Arbeitsbereiche neu aufzustellen ! Wir freuen uns deshalb umso mehr, wenn Ihr den Weg zu uns findet und uns dabei unterstützt, eine neue tragfähige Arbeits -(auch Vereins-) struktur zu erarbeiten/verabschieden und neuen Mitarbeiter*innen Mut zu machen, hier Verantwortung zu übernehmen.

Eine detaillierte Einladung kommt noch !

 

****************************************************************Amaro Kher Förderverein e.V.

Bankverbindung: IBAN: DE 76430609677028391500 BIC: GENODEM1GLS

Für die Redaktion: angelika Ludwig-Huber

 

 

Rundbrief Herbst 2019

 

Amaro Kher Sommerfahrt 2019

Ein Bericht über die Sommerfahrt 2019

Diesen Sommer war es wieder so weit: in einem vollbesetzten 9er-Stadtmobil-Bus
fuhren wir im August für 2 Wochen nach Mazedonien. Im Gepäck: verschiedene
Baumaterialien, Werkzeuge, eine Rutsche, Wolle und Stoffe für unsere Nähmanufaktur
und nicht zuletzt 9 motivierte und offene Leute, bereit, ihren Urlaub und ihre freien Tage
zu nutzen, um in Amaro Kher Neues zu erschaffen, körperlich zu arbeiten und prägende
Erfahrungen zu sammeln.
Nach 24 Stunden Fahrt wohlbehalten das Ziel erreicht, ging es los: es standen 2 große
Bauprojekte an, daneben gab es noch verschiedene Ausbesserungen und kleinere
Projekte zu tun. Dank Yara, Julia, Lennart, Julius, Till, Julian, Janina, Andreas, Judith
und vor allem Sebastian, der die Projekte anleitete und das nötige Wissen mitbrachte,
konnte so gut wie alles, was wir uns für diesen Sommer vorgenommen hatten,
fertiggestellt werden.
Zum einen war das die Zwischenebene samt Treppe und Geländer im großen Saal, an
der bis in die späte Stunde der letzten Nacht gearbeitet wurde. Dass diese nun sicher
und begehbar ist, kann man als wahren Meilenstein für Amaro Kher bezeichnen: denn
sie wird nicht nur als Zwischenlager für die Stoffe und Wolle der Nähmanufaktur dienen,
sondern auch als alternativen Aufenthaltsraum für die Kinder in der
Hausaufgabenbetreuung, wenn im Winter das Holz knapp und die untere Ebene sehr
kalt wird.
Zum anderen konnten wir (u.a. dank der Spendengelder von der Organisation
CHILDREN Jugend Hilft!) aus dem alten Eselstall auf dem Amaro Kher Grundstück einen
richtigen Kinderspielplatz bauen: mit Rutsche, Kletterwand, Kletterseil, großzügiger
Spielebene mit Holzbänkchen und -tisch und Kletternetz ist er eine wahre Attraktion und
kommt sehr gut bei den Kindern in Edinstvo an, die diesen freudestrahlend nutzen.
Unsere Tage in Kriva Palanka waren geprägt von gemeinsamen Frühstücken, die uns
gestärkt in den Tag starten ließen, intensiven und fordernden Bauphasen in der
mazedonischen Sommerhitze, Flow Momenten während der Arbeit, strahlenden
Kindergesichtern bei Ausflügen in die Berge oder ins Schwimmbad, gemeinsamen
Mahlzeiten auf unserer schönen Terrasse und nicht zuletzt von guten Gesprächen und
glücklichen Momenten voller Lachen und Leichtigkeit, wenn wir die Abende zusammen
ausklingen ließen. Nach dieser Zeit voller Fülle, die uns jedoch auch einiges abverlangte,
ging es wieder zurück nach Deutschland. Wir werden die prägenden Erfahrungen und die
wertvollen Momente nicht so schnell vergessen und in unseren Herzen mit in den Alltag
nehmen.
Danke für die wundervolle Zeit.
Nina

Amaro Kher Freizeitschule

Seit September läuft die Freizeitschule in Amaro Kher. Für die Kinder der 5. und 6. Klassen gibt es nach der Schule Hausaufgaben unter Betreuung. Da sind manchmal auch große Schüler zum helfen dabei. 

Spielen und dabei lernen…

…und manchmal auch ein Ausflug.

 

 

Zirkus Go-Happy

Go-Happy: der kleine Zirkus aus Stuttgart, angeführt von David, hat die Freizeitschule von Amaro Kher besucht und mit den Kindern gearbeitet. Es hat riesigen Spaß gemacht und war ein tolles Erlebnis!

Hoffentlich bald mal wieder!

Vielen Dank an Euch zwei Go Happy-Männer!