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Nachruf für Angelika

Wahrscheinlich habt Ihr bereits von der traurigen Nachricht gehört. Angelika Ludwig-Huber ist am Morgen des Ostersonntags im Beisein ihrer Liebsten von uns gegangen. Bis zuletzt beantwortete Angelika Fragen nach ihrem Zustand mit Erfolgen und Rückschlägen ihrer vielen Projekte oder Neuigkeiten aus der Familie. Selbst der kraftzehrende Kampf gegen den Krebs konnte ihr Leuchten und ihren Lebensmut nicht erlöschen lassen. Ich denke deshalb ist es nur in ihre Sinne, weit mehr zu sehen, als die Tragödie eines zu frühen Todes eines Menschen, nach dem unsere Welt mit all ihren Problemen geradezu lechzt. Nein – wir sollten mit einem Lächeln an ihr großartiges Lebenswerk denken, das unbemerkt noch viele Menschleben überdauern wird. An Samen, die Sie ungezwungen in ihren Mitmenschen säte und den unendlichen Tatendrang, dessen einzige Grenze ein endlicher Tag in einem endlichen Körper zu sein schien. Egal, ob in ihrem Verein für Mediation, der Leitung des Orchesters, Vorstand Amaro Khers und all den anderen Rollen die Angelika einnahm – Jedes Wort und jede Tat Angelikas zeugte von ihren unverhandelbaren Idealen einer emphatischen, gerechten und freien Welt. In ihrer uneingeschränkten Authentizität vermochte Sie gar, sich ganz von Erwartungen an Gegenleistungen oder Anerkennung loszumachen und nahm somit stets einen unverzichtbaren Knotenpunkt für alle harten und doch notwendigen Entscheidungen ein. Diese Entscheidungskraft, welche stets auf ihrem unerschöpflichen Verständnis fußte, brachte Angelika eine natürliche Autorität, welche sie auch in aufgeladenen Ernstfällen besonnen, weise und klar verstehen und argumentieren lies. Mit all diesen Fähigkeiten und Eigenschaften wird sie nicht nur ein nicht mehr zu füllendes Loch hinterlassen, sondern auch ein Vorbild und kostbare Inspiration.

Angesteckt von Angelikas Flamme der Empathie wollen wir nun umso mehr das Projekt „Amaro Kher“ weiterführen und ihren Traum von einer besseren Welt verfechten.

Erinnerungen an Angelika findet ihr unter: http://erinnern-an-luhu.de/

Rundbrief Herbst 2019

AMARO KHER SOMMERFAHRT 2019

Diesen Sommer war es wieder so weit: in einem vollbesetzten 9er-Stadtmobil-Bus fuhren wir im August für 2 Wochen nach Mazedonien.

Im Gepäck: verschiedene Baumaterialien, Werkzeuge, eine Rutsche, Wolle und Stoffe für unsere Nähmanufaktur und nicht zuletzt 9 motivierte und offene Leute, bereit, ihren Urlaub und ihre freien Tage zu nutzen, um in Amaro Kher Neues zu erschaffen, körperlich zu arbeiten und prägende
Erfahrungen zu sammeln.
Nach 24 Stunden Fahrt wohlbehalten das Ziel erreicht, ging es los: es standen 2 große Bauprojekte an, daneben gab es noch verschiedene Ausbesserungen und kleinere Projekte zu tun. Dank Yara, Julia, Lennart, Julius, Till, Julian, Janina, Andreas, Judith und vor allem Sebastian, der die Projekte anleitete und das nötige Wissen mitbrachte, konnte so gut wie alles, was wir uns für diesen Sommer vorgenommen hatten, fertiggestellt werden.

Zum einen war das die Zwischenebene samt Treppe und Geländer im großen Saal, an der bis in die späte Stunde der letzten Nacht gearbeitet wurde. Dass diese nun sicher und begehbar ist, kann man als wahren Meilenstein für Amaro Kher bezeichnen: denn sie wird nicht nur als Zwischenlager für die Stoffe und Wolle der Nähmanufaktur dienen, sondern auch als alternativen Aufenthaltsraum für die Kinder in der Hausaufgabenbetreuung, wenn im Winter das Holz knapp und die untere Ebene sehr kalt wird.

 

Zum anderen konnten wir (u.a. dank der Spendengelder von der  Organisation CHILDREN Jugend Hilft!) aus dem alten Eselstall auf dem Amaro Kher Grundstück einen richtigen Kinderspielplatz bauen: mit Rutsche, Kletterwand, Kletterseil, großzügiger Spielebene mit Holzbänkchen und -tisch und  Kletternetz ist er  eine wahre Attraktion und kommt sehr gut bei den Kindern in Edinstvo an, die diesen freudestrahlend nutzen.

 

Unsere Tage in Kriva Palanka waren geprägt von gemeinsamen Frühstücken, die uns gestärkt in den Tag starten ließen, intensiven und fordernden Bauphasen in der mazedonischen Sommerhitze, Flow Momenten während der Arbeit, strahlenden Kindergesichtern bei Ausflügen in die Berge oder ins Schwimmbad, gemeinsamen Mahlzeiten auf unserer schönen Terrasse und nicht zuletzt von guten Gesprächen und glücklichen Momenten voller Lachen und Leichtigkeit, wenn wir die Abende zusammen ausklingen ließen. Nach dieser Zeit voller Fülle, die uns jedoch auch einiges abverlangte, ging es wieder zurück nach Deutschland. Wir werden die prägenden Erfahrungen und die wertvollen Momente nicht so schnell vergessen und in unseren Herzen mit in den Alltag nehmen.

Danke für die wundervolle Zeit.

Nina

 

Amaro Kher: Fußball-Mannschaft des Sommers 2019 (das muss auch mal
sein!)- nach getaner Arbeit im Haus

 

 

Karlsruher Jugendliche mit Preis geehrt

Endlich! Der in der Karlsruher Waldorfschule gegründete gemeinnützige Verein Amaro Kher gewinnt dank Nina Roos‘ poetischer Ader beim „CHILDREN Jugend hilft!“-Wettbewerb für ehrenamtliches Engagement von Kindern und Jugendlichen. Der Preis soll in Berlin überreicht werden und so fahren vier Vertreter des Projektes am 18. September zügig in die Hauptstadt. Zusammen mit uns trudeln im Laufe des Abends sieben weitere Siegerprojekte ein, die in der Form ihres Engagements und des Alters ihrer Mitglieder ebenso weit auseinander lagen wie die Länder, in denen sie wirken. Beispielsweise ein junges Pärchen, welchem man anhand der Kleidung schon von weitem den Stellenwert ihres Projektes (und das aufgeführte Genre) ansehen kann, schafft musikalisch einen Raum für kulturellen Austausch im mecklenburgischen Güstrow. Fünf besonders junge Teilnehmer ermöglichen Kindern im kongolesischen Bukavu eine Mahlzeit in der Schule und singen auf dem Infomarkt mit stolzgeschwellter Brust auf Swahili. Die Organisatoren finden sich also vor der kniffligen Aufgabe dieser bunten Schar eine bereichernde Zeit zu bereiten und trotz des straffen Programms auch etwas Freiraum für die jugendliche Neugierde der Millionenstadt zu lassen.

Trotz abendlicher Erkundung beginnt der Tag schon früh. In etwa 15 Workshops lernen wir über die Grundsätze pragmatischer Zielsetzung, Sensibilität im Umgang mit kulturellen Differenzen, Fundraising, Social Media und vieles mehr. Auch bekommt jedes Projekt zwei Mentorinnen zugeteilt um bei konkreten Herausforderungen zu helfen. Die kleinen Pausen werden mit auflockernden Sozialspielen belebt, in welchen man – sollte man es schon wieder vergessen haben – daran erinnert wird Spaß zu haben, und auch für eine Stadtrally und einen Abstecher zu den Klimaprotesten ist Zeit. Stets im Fokus ist der Austausch zwischen den unterschiedlichen Projekten, um zu verhindern, in altbekannte Fallen zu tappen und bewehrte Erfolgskonzepte zu verschlafen.

Unmerklich vergingen so drei Tage- und schon stand der krönende Abschluss bevor. Nach einer großzügigen Pause des Schickmachens werden wir von pedantisch dekorierten und mit allerlei Köstlichkeiten versehenen Tischen erwartet. Sobald die Mägen gefüllt sind, beginnt die offizielle Preisverleihung. Doktor Jürgen Rembold der gleichnamigen Stiftung eröffnet als Spender CHILDRENs mit seinem ganz persönlichen Weg zur Wohltätigkeit, und dann werden die Projekte einzeln in Videos vorgestellt und auf der Bühne mit einer Trophäe ausgezeichnet. Nun wurde auch die flüssigen Lebensmittel freigegeben und sorgten für einen langen und aufregenden Abend, der fast nahtlos in die letzte Station im Schloss Bellevue überging. Zu den wertschätzenden Reden des Großspenders Dr. Florian Langenscheidt und der deutschen „First Lady“ Elke Büdenbenders werden spektakuläre Brezeln und farbarme Säfte zum Schonen der teuren Teppiche angeboten.

Ich denke für uns alle sprechen zu können, wenn ich sage, dass der ein oder andere Euro wohl besser in den Projekten selbst als in dem Berlin Camp aufgehoben wäre und doch war es eine tolle Zeit, aus der wir neue Motivation, Ideen und Freundschaften mitnehmen konnten. Ach ja, Amaro Kher ist mit der Auszeichnung durch CHILDREN übrigens automatisch für den deutschen Engagement-Preis nominiert. Über den Sieger dieses Wettbewerbs kann jeder im Besitz eines Internetfähigen Endgerätes befindliche Mensch entscheiden…

-Julius-

 

Gedanken einer Mitarbeiterin : in Deutschland …..in Erinnerung an (Nord-)Mazedonien:

warmes Wasser beim Duschen, abends satt ins Bett, funktionierende Toilette. Klima im Sommer, Heizung im Winter. immer in Sicherheit. zur Schule gehen dürfen, alle Möglichkeiten offen, alle Chancen dieser Welt, später mal: gut bezahlter Job. einkaufen, worauf ich Lust habe. essen, worauf ich Hunger habe. alles selbstverständlich?
ist alles einfach da. immer da gewesen. aber nicht überall, nicht für jeden. und das vergesse ich oft.
Mazedonien holt mich jedes Mal zurück in die Realität. so zu leben, wie ich das kann, ist ein Privileg.

Sie lachen und schreien wie andere Kinder. Sie spielen zusammen, erfinden Geschichten und toben herum.
Sie fallen hin und weinen. Stehen wieder auf.
Als ich einem der Kinder ein Pflaster auf den entzündeten Finger mache, drängen sie sich alle um mich herum, halten mir ihre Wunden entgegen, nach denen sie niemand je gefragt hat. Denn niemand interessiert sich für sie.
Da ist Masi, sie ist 16. Ihre Eltern wollen, dass sie bald heiratet, aber sie wehrt sich dagegen, so gut sie kann. Sie will zur Schule gehen, aber dieses Privileg wird ihr verwehrt. Der Direktor sagt, sie könne in die fünfte Klasse gehen oder wegbleiben. Also lernt sie zuhause, vor allem deutsch. Für später, sagt sie, wenn sie dann in Deutschland leben wird.
Judy, 5 Jahre alt, ihr Gesicht ist voller Narben. Sie stammen von einem Brand in der Hütte ihrer Familie. Sowas kommt vor, wenn man keine andere Möglichkeit hat, als mit offenem Feuer oder gefährlichen Heizlüftern für ausreichend Wärme in einer schlecht isolierten Unterkunft zu sorgen, bei minus 10 Grad im Winter.
Elmedin, 8 Jahre alt, hat im Sommer ein paar Monate auf den Weintrauben Plantagen gearbeitet, zusammen mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder. Denn er braucht einen Schulranzen, sein Vater lässt nicht zu, dass er mit einer Plastiktüte zur Schule geht, zu demütigend ist es für ihn. Mit dem auf der Plantage verdienten Geld kauft er seinem Sohn einen richtigen Rucksack, er kann nun den Schulstoff den er verpasst hat, wieder nachholen.
Ein kleiner Junge mit offenen Schnürsenkeln, ich kenne seinen Namen nicht. Er ist vielleicht 6 oder 7 Jahre alt. Und er ist anders. Die anderen Kinder erzählen mir, dass seine Eltern ihm Kaffee geben und Zigaretten.
Es tut weh, das zu sehen. Es tut weh, ihre Schicksale zu hören. Und was kann ich tun? Ich höre zu, verteile Pflaster. Ich flechte Haare, wische Tränen weg, putze Nasen, trage sie den Rückweg von unserem Spaziergang in den Bergen, wenn ihre Beine müde und ihre Augen schwer geworden sind. Nehme sie in den Arm, versuche, ihnen ein bisschen von der Liebe zu geben, die sie zuhause oft nicht bekommen. Denn dort warten stattdessen nur allzu oft Schläge, Hunger, eine beklemmende Enge und Frust.

Danke !

 

Soziale Plastik:

Seit einiger, längerer Zeit gibt es eine Klasse, die dieses interessante Gehäuse in der FWS Karlsruhe betreut: Flaschen, die zu Pfand führen, die zu Geld führen, das ergänzt wird von Schülerinnen aus der Klasse 11 b, die eine ganz einfache Antwort auf die Frage haben: warum tut ihr das?

…“Für uns ist das ganz einfach, wie ein Eis mehr oder weniger- es bricht uns nichts ab- aber wenn das wenige, was uns nicht wirklich schwer fällt, dazu führt, dass eine junge Romni studieren kann, dann ist das doch wunderbar!…“

Und ja: es ist so: Fatima bekommt von diesem Geld eine kleine Unterstützung, damit sie in Skopje studieren kann, Medizin!

Wir danken den Schüler*innen der 11b, ihren Klassenbetreuern und freuen uns, wenn das so weiter geführt werden kann!…. und vielleicht Nachahmer findet ?

Wir danken auch weiteren Spender*innen, die regelmäßige Beiträge auf unser Konto schicken, von dem wir die Arbeit mit den Kindern finanzieren. Und wir würden gerne —-

ALLEN eine entsprechende Spendenquittung zukommen lassen!!! Nur haben wir von einigen wenigen einfach keine Adresse!!!! Und die Banken achten sehr auf die Nichtweitergabe privater Daten, und so hoffen wir, dass SIE SICH melden, wenn Sie zu diesen lieben Menschen gehören, die uns bei unserer Arbeit finanziell unterstützen!!! Und die von uns nur deshalb keine Rückmeldung bekommen, weil wir keine Adresse haben!!!

 

Und wie geht es den Personen, die in Amaro Kher arbeiten?

Arti hat Anfang Oktober ihr Baby bekommen und ist in Elternzeit. Jadranka hat sich bereit erklärt, sie zu vertreten, gemeinsam mit Natalija, die ihre Stunden etwas aufgestockt hat. Da wir nur 3 Tage zusätzlich bezahlen können, hat Jadranka weitere Tage ohne Bezahlung übernommen, da die Kinder und Eltern in Amaro Kher an möglichst vielen Tagen der Schulwoche Unterstützung haben möchten. Wir sind sehr dankbar dafür!

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UND ZUM VORMERKEN:

 

Einladung zur Mitgliederversammlung am

Sonntag, 8.12.19 // 14 Uhr

In der Freien Waldorfschule Karlsruhe- Neubau

Wir sind gerade dabei, Vorstand und Arbeitsbereiche neu aufzustellen ! Wir freuen uns deshalb umso mehr, wenn Ihr den Weg zu uns findet und uns dabei unterstützt, eine neue tragfähige Arbeits -(auch Vereins-) struktur zu erarbeiten/verabschieden und neuen Mitarbeiter*innen Mut zu machen, hier Verantwortung zu übernehmen.

Eine detaillierte Einladung kommt noch !

 

****************************************************************Amaro Kher Förderverein e.V.

Bankverbindung: IBAN: DE 76430609677028391500 BIC: GENODEM1GLS

Für die Redaktion: angelika Ludwig-Huber

 

 

Rundbrief Herbst 2019

 

Amaro Kher Sommerfahrt 2019

Ein Bericht über die Sommerfahrt 2019

Diesen Sommer war es wieder so weit: in einem vollbesetzten 9er-Stadtmobil-Bus
fuhren wir im August für 2 Wochen nach Mazedonien. Im Gepäck: verschiedene
Baumaterialien, Werkzeuge, eine Rutsche, Wolle und Stoffe für unsere Nähmanufaktur
und nicht zuletzt 9 motivierte und offene Leute, bereit, ihren Urlaub und ihre freien Tage
zu nutzen, um in Amaro Kher Neues zu erschaffen, körperlich zu arbeiten und prägende
Erfahrungen zu sammeln.
Nach 24 Stunden Fahrt wohlbehalten das Ziel erreicht, ging es los: es standen 2 große
Bauprojekte an, daneben gab es noch verschiedene Ausbesserungen und kleinere
Projekte zu tun. Dank Yara, Julia, Lennart, Julius, Till, Julian, Janina, Andreas, Judith
und vor allem Sebastian, der die Projekte anleitete und das nötige Wissen mitbrachte,
konnte so gut wie alles, was wir uns für diesen Sommer vorgenommen hatten,
fertiggestellt werden.
Zum einen war das die Zwischenebene samt Treppe und Geländer im großen Saal, an
der bis in die späte Stunde der letzten Nacht gearbeitet wurde. Dass diese nun sicher
und begehbar ist, kann man als wahren Meilenstein für Amaro Kher bezeichnen: denn
sie wird nicht nur als Zwischenlager für die Stoffe und Wolle der Nähmanufaktur dienen,
sondern auch als alternativen Aufenthaltsraum für die Kinder in der
Hausaufgabenbetreuung, wenn im Winter das Holz knapp und die untere Ebene sehr
kalt wird.
Zum anderen konnten wir (u.a. dank der Spendengelder von der Organisation
CHILDREN Jugend Hilft!) aus dem alten Eselstall auf dem Amaro Kher Grundstück einen
richtigen Kinderspielplatz bauen: mit Rutsche, Kletterwand, Kletterseil, großzügiger
Spielebene mit Holzbänkchen und -tisch und Kletternetz ist er eine wahre Attraktion und
kommt sehr gut bei den Kindern in Edinstvo an, die diesen freudestrahlend nutzen.
Unsere Tage in Kriva Palanka waren geprägt von gemeinsamen Frühstücken, die uns
gestärkt in den Tag starten ließen, intensiven und fordernden Bauphasen in der
mazedonischen Sommerhitze, Flow Momenten während der Arbeit, strahlenden
Kindergesichtern bei Ausflügen in die Berge oder ins Schwimmbad, gemeinsamen
Mahlzeiten auf unserer schönen Terrasse und nicht zuletzt von guten Gesprächen und
glücklichen Momenten voller Lachen und Leichtigkeit, wenn wir die Abende zusammen
ausklingen ließen. Nach dieser Zeit voller Fülle, die uns jedoch auch einiges abverlangte,
ging es wieder zurück nach Deutschland. Wir werden die prägenden Erfahrungen und die
wertvollen Momente nicht so schnell vergessen und in unseren Herzen mit in den Alltag
nehmen.
Danke für die wundervolle Zeit.
Nina

Amaro Kher Freizeitschule

Seit September läuft die Freizeitschule in Amaro Kher. Für die Kinder der 5. und 6. Klassen gibt es nach der Schule Hausaufgaben unter Betreuung. Da sind manchmal auch große Schüler zum helfen dabei. 

Spielen und dabei lernen…

…und manchmal auch ein Ausflug.

 

 

Zirkus Go-Happy

Go-Happy: der kleine Zirkus aus Stuttgart, angeführt von David, hat die Freizeitschule von Amaro Kher besucht und mit den Kindern gearbeitet. Es hat riesigen Spaß gemacht und war ein tolles Erlebnis!

Hoffentlich bald mal wieder!

Vielen Dank an Euch zwei Go Happy-Männer!

 

 

Frühling 2017

Hier der Bericht von Amaro Kher über den Frühling 2017

Am 7. April startete der Bus mit einem Anhänger, beladen mit einer großen Menge an Strickwolle, Stoffen, Schränken und Musikinstrumenten seine Fahrt nach Kriva Palanka in Mazedonien. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Romberg, der uns wieder seinen tollen Anhänger zurVerfügung gestellt hat!!! eine große Hilfe war das wieder!!! Diesmal stand die Fertigstellung der Terrasse auf dem Plan. Die nach vorne noch offene Terrasse wurde mit Holz verkleidet und das Geländer mit einer zusätzlichen Reihe an Eisenstangen erhöht und dann ebenfalls mit Brettern verkleidet.

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Im Garten wurde Unkraut gejätet, und Himbeer -und Brombeersträucher wurden eingepflanzt, ebenso wie Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbisse und Zucchini. Die Kinder halfen fleißig mit beim Umgraben, Gießen und Pflanzen.

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Mit den Kindern wurden viele Projekte gemacht, wie Samenkugeln formen, Filzen, Kuchen backen oder Armbänder knüpfen. Auch die mitgebrachten gespendeten Musikinstrumente bereiteten ihnen große Freude. Die einen erwiesen sich als begeisterte Trommler, während andere die Flöten bevorzugten. Neben den Projekten wurde gemalt, gepuzzelt, Ball und Tennis gespielt und die Kleinen entdeckten den Sand und Kieshaufen für sich. Zusammen bauten wir auch einen Balancierbalken.  Glücklicherweise war das Wetter immer sonnig und warm, sodass man sich hauptsächlich draußen aufhalten konnte. In der Nähwerkstatt wurde fleißig eine große Anzahl an Taschen zugeschnitten und genäht.

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Wenn ich mir jetzt, gut zwei Wochen danach, die Osterfahrt wieder ins Gedächtnis rufe, kommen mir zuallererst verschiedenste Geräusche in den Sinn: die Stimme des Sprechers von dem Hörbuch das wir während der Autofahrt hörten, die ganz speziellen Geräusche des Viertels, je nach Tageszeit mal lauter mal leiser, mal Hundegebell, mal „BravoHits 2013“, mal Tuba, mal Motorgeräusche. Das Klappern von Geschirr, welches in einer Blechschüssel gespült wird, das Geräusch, das eine scharfe Schere macht, wenn sie durch Stoff schneidet, Wasser, dass in eine Gießkanne fließt, Kinderlachen, Kinderschreien, Trommeln, und dieses schrille Pfeifen, das jedem der in der Schule Blockflöte lernen musste, für immer in Erinnerung bleibt. Am ersten Tag nachdem wir angekommen waren, fand die Feier zum Roma-Tag statt, dieses Mal mit Live-Musik, Tanz und so vielen Leuten, wie der Raum grade fassen konnte.

Es folgte eine sehr intensive Woche. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, ziert die Frontseite des Hauses nun das Holzgeländer der Terrasse. Die Frauen kamen jeden Tag um ihre 300 Taschen zu nähen und die Kinder kamen jeden Tag in freudiger Erwartung, was sie wohl heute mit uns spielen oder machen würden: Blumenbomben, Filzbälle, Freundschaftsbändchen, Bilder malen, trommeln, flöten oder gärtnern. Der absolute Höhepunkt war das Theaterstück, welches spontan entstand, als wir die mitgebrachten Kisten mit den Kleidern aus dem Kostümverleih zum Verkleiden öffneten. Das Stück handelte von einer Prinzessin und dem Teufel und man könnte es irgendwo zwischen Feminismus, Schneewittchen und einem religiösen Lehrstück einordnen.
Der Teufel gibt der holden Prinzessin ein giftiges Ei. Die Prinzessin fällt in Ohnmacht und wird vom starken Prinzen in ihr Schloss gebracht, erholt sich aber rasch und zieht den Teufel zur Rechenschaft. Hollywoodreif! Zum Abschluss fanden wir uns am Lagerfeuer zusammen und ließen die Woche mit Gitarre und Feuerknistern ausklingen.
Und hier die kleine, aber excellente Osterfahrt-Gruppe !!

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Aus der Manufaktur Immer besser und immer mehr…. entwickeln sich die Handarbeitsfähigkeiten der Frauen in der Manufaktur. Und dementsprechend bringen wir von jeder Fahrt auch immer mehr Produkte mit. So viel mehr, dass unsere bislang kleinen „Absatzmärkte“ kaum noch ausreichen, die Dinge an die Männer und Frauen zu bringen. Inzwischen stricken ca 25 Frauen regelmäßig Socken, Babyartikel, Hausschuhe und andere Artikel, und auch bei den „Nähfrauen“ sind es mehr geworden. Immer mehr ist da auch erlebbar, wie die einen die anderen beim Lernen unterstützen. Wenn wir vor Ort sind, halten wir immer „Frauen-Konferenzen“ ab, in denen fachlicher Austausch, aber auch Beratung über die weiteren Projekte und Ideen stattfindet. Als wir an Ostern angekommen sind, hatten wir plötzlich an die 200 Paar Socken, jede Menge „Handytaschen“ und weitere Strickprodukte vor uns, das war überwältigend viel, und wir hatten damit tatsächlich nicht gerechnet. Nun gilt es sie auch zu verkaufen, damit wir den Frauen weiterhin auch einen fairen Preis bezahlen können. Im Moment haben wir noch Woll- und Stoffspenden, daher sind die Preise noch nicht soo hoch.

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Wie kommen wir zu neuen Abnehmer*innen? Hier sind wir für jede Idee dankbar!
Natürlich kann man die Dinge auch bei uns im Voraus bestellen: Für die Nähgruppe haben wir seit längerer Zeit vom Reisebuchladen Karlsruhe immer Aufträge für ein Sortiment an Taschen bekommen, dieses Mal auch von einer Apotheke, und das kann und darf weiter wachsen. Die Nähgruppe kann alles nähen, was nicht allzu kompliziert ist, z.B. Geschirrhandtücher, Taschen natürlich, Lavendelsäckchen, Servietten……man kann uns fragen, ob wir etwas Spezielles herstellen können.
Eine Spezialität ist die „HOSENTASCHE“, die wir jetzt angehen wollen: eine Hose upgecycelt zu einer Tasche- gefüttert und mit Innentasche- und groß!
Von der Abteilung STRICKEN in der Manufaktur gibt es anzubieten: ganz normale Socken in allen Farben und Größen und unterschiedlichen Materialien von reiner Wolle bis Mischwolle ( auch hier ist Vorbestellen- z.B. für Weihnachten- sehr hilfreich)

Und es gibt noch Vieles andere, was die Frauen inzwischen teilweise wirklich gut können.
Sehr eigenwillige Socken (Aus Mangel an neuer Wolle, als wir noch
nicht da waren) und ebenso eigenwillige Handytaschen……
Zum Standard der Strickgruppe gehören inzwischen die (nicht eigenwilligen ) Socken und die speziellen Hausschuhe aber auch Babyartikel, Kindersocken und Babyschuhe…..alles ist zu haben, und die Frauen sind mit uns zusammen dankbar über faire Aufträge. Jederzeit und gerne als Vorbestellung und Info über gewünschte Wollart, Farbe etc….über
lu-hu-at-lu-hu.de oder info-at-amarokher.org
In diesem Sinne grüßen wir  mit großer Hoffnung auf Rückmeldungen zu unseren Fragen Die Amaro Kher-Rundbrief-Redaktion an Pfingsten 2017

Herbst 2016 Bau der Terasse

Endlich ! Meilenstein Terasse.

Es gab und gibt Vieles, das in Amaro Kher und darum herum Mut macht, Freude macht und Spaß, weil sich an vielen Stellen zupackendes Engagement schnell in sichtbare Ergebnisse verwandelt. Und es gab in den letzten zwei Jahren aber auch zwei Worte, die fast schon leichten Horror-Status hatten:

Bitumen und Folie

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Beides darf jetzt endlich abgelöst werden durch TERRASSE! Wobei Terrasse eigentlich DACH bedeutet, und vielleicht demnächst auch Terrasse im Sinne von „gemütlicher Treffpunkt“. Der Dach-Charakter allerdings von Terrasse hatte uns in den vergangenen Monaten wirklich Sorgen gemacht, weil die Terrasse das Dach des Anbaus ist, in dem sich auch die Manufaktur befindet. Und dieses Dach gab es noch nicht begehbar, und auch nicht wirklich dicht, sondern es bestand aus Bitumen und Folie, und beides war immer wieder durch die Witterung und durch viele Füße einfach angegriffen. Dass jetzt die Terrasse als Dach entstehen konnte, lag vor allem an zwei Dingen:

Einer engagierten Geld-Sammelaktion der Schulprojektgruppe, die es ermöglicht hat, das relativ preisintensive Holz wirklich kaufen zu können. Und zum Zweiten an den beiden Terrassen-Baumeistern Julius und Lennart, die den Herbstaufenthalt vor allem auf dieser entstehenden Terrasse verbracht haben, von kurzen Mahlzeiten und ein bisschen Schlaf abgesehen. Beide hatten sich mit den ursprünglichen Baumeistern bestens vorbereitet, berechnet, ausgemessen, Material bestellt usw, um dann vor Ort festzustellen, dass eben doch alles anders ist. Da sind eben Balken von 8 auf 12 cm selten wirklich 8 x 12, sondern da gibt es Vieles drum herum: 7,5 auf 13 oder 8,5 auf 11. Das bedeutete:

10 Tage Balken für Balken einrichten, neu berechnen, anpassen, sägen und schließlich bauen: hier ist das Ergebnis: zwei übermüdete  Baumeister und ein Dach über dem Neubau, das auch Terrasse ist.

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Meilenstein: Schutz vor der Witterung !

Für Amaro Kher heißt das, dass an einer der zentralen Sorgenpunkte, was Feuchtigkeit betrifft, endlich Entspannung eintreten kann: also kein neues Bitumen, keine neuen Folien mehr und vor allem keine Angst mehr davor, dass Nässe durch das Dach kommt. Das Thema  Nässe konnte auch an anderen Stellen noch intensiver bearbeitet werden. Mehr davon in Jonathans Bericht…

Und überhaupt: Nicht nur auf dem einen Dach, sondern überall hat sich seit Sommer hat in Amaro Kher viel getan.

 

Jonathans Bericht:

Im Vorfeld der Herbstfahrt sammelten wir auf dem Herbstmarkt der Walddorfschule Karlsruhe ca. 600 Euro für Amaro Kher durch den Verkauf von Crepes und selbst gemachter Solidaritäts-Marmelade. Wir konnten viele neue Freiwillige für das Projekt gewinnen und so war es dieses Mal eine Gruppe von 13 Jugendlichen, die sich auf verschiedenem Wege nach Kriva Palanka machte. Außerdem konnten wir auf die Unterstützung von Konrad und Gerhard als Fahrer und erfahrene Erwachsene zählen, vielen Dank dafür, ohne die beiden wäre die Fahrt nicht möglich gewesen.

Luhu war natürlich auch dabei, und schon zwei Tage vorher losgefahren, um vor Ort die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen.

Ein großes Projekt war die Vorbereitung des Bades. Der Raum wurde verputzt und anschließend mit Kalkfarbe weiß gestrichen. Außerdem bekam das Bad einen Estrich-Beton Boden.

Das Bad ist noch nicht fertig ,denn es fehlen noch eine Dusche und Waschbecken.

Die Toilette im Bad ist allerdings nun benutzbar, was einen großen Fortschritt darstellt insbesondere im Winter, denn bis dahin gab es lediglich draußen ein Toilettenhäuschen im Freien.

Ein weiteres Projekt war es unfertige Stellen an welchen noch Bauschaum oder die Mauer zu sehen war, zu verputzen und anschließend die Wände mit Kalk zu streichen. Die zweite kleine Flaschenwand wurde geputzt, sodass die Wand auch von dieser Seite „leuchtet“,  und mit Kalk weiß gestrichen.

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Das mit Abstand größte Projekt war der Bau der Terasse.Die beiden Baumeister Lennart und Julius arbeiteten von früh Morgens bis spät in die Nacht um dieses Kunstwerk zu vollenden.

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Weitere Bau- und Handwerks-Projekte waren:

• Das Feuerholz für den Winter besorgen (teuer) und sägen

• Den Weg vom Tor zur Eingangstür befestigen

• ein upcycling Kleiderständer und viele liegen gebliebene und viele „Kleinigkeiten“ mehr.

Außerdem bauten wir ein Dach über dem Küchen und Bad Anbau.

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Auch wenn wir sehr, sehr viel gebaut haben- es gab noch andere, ganz wichtige Aufgaben und Projekte z.B. Die Stipendiaten finden und mit ihnen beraten schon eine ganze Weile suchen wir eine Möglichkeit, neben den Schulpatenschaften, die FutuRoma Schüler*innen betreut, etwas zu installieren, mit dem wir die älteren Schüler*innen an den Schulen halten können. Nicht nur, aber auch deshalb, weil es in Karlsruhe Menschen gibt, die genau hier helfen wollen. Wir konnten jetzt heraus finden, dass wir in Edinstvo 5 Gymnasiasten haben. Die haben wir zusammen getrommelt und ihnen erklärt, worum es geht: dass wir nämlich im Moment zwei Stipendien anbieten können, und wir mit ihnen beraten wollen, wer sie bekommen sollte. Es war sofort klar, dass eines davon an Fatima gehen sollte, die vor kurzem beide Eltern verloren hat. Das zweite- ja, da wissen wir noch nicht weiter, außer dass wir versuchen wollen, noch 3 weitere Förderer suchen wollen. Es sind Bedingungen an diese Stipendien geknüpft, die in einem Vertrag festgelegt sind: regelmäßiger Schulbesuch- aktives Mitarbeiten in der Schule- und ein kleines Projekt in Amaro Kher. Fatima hat das auch sofort umgesetzt und ist nun 1 mal die Woche mit Kindern in Amaro Kher tätig.

Unter anderem wird da gemalt. Und auch einige der Projektgruppe hatten Lust mit einigen der Nähgruppe mal wieder nach Herzenslust sich mit Farben zu beschäftigen…

Und im Anschluss haben wir dann Lichterketten daraus gebastelt.

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Neben der handwerklichen Arbeit wurde auch wieder mit den Roma-Frauen an Handar-beitsprojekten gearbeitet. Zum Beispiel wurden Kinderschürzen, Taschen und Lavendelsäckchen genäht. Es war nicht immer einfach den Frauen klar zu machen dass wir Deutschen die Nähte gera-de haben wollen und dass die Nahtzugabe wirklich dazugehört, aber alle haben sich viel Mühe gegeben, dass am Ende schöne Sachen da waren, also die Schürzen, einfache Stofftaschen die ein Laden in Karlsruhe häufiger in großen Mengen ab-kauft und Lavendelsäckchen, die am Basar in der Waldorfschule verkauft werden. Auch erste Socken und Stulpen wurden in der Zeit fertig. Die ersten Werke der Frauen mit 5 Stricknadeln – was für die an schwerere, gröbere Arbeit gewohnten Hände am Anfang gar nicht so einfach war. Auch haben wir gemeinsam große Bögen an Papier mit Wachsmalstiften bemalt, kleine Schirmchen ausgeschnitten und Lich-terketten daraus gebastelt. Mit den Kindern war es teils nicht so einfach, da auf dieser Fahrt viel gebaut wurde und wir oft das Tor zum Grundstück geschlos-sen hatten und die Kinder oft kamen, aber nicht herein konnten. Trotzdem konnten wir ein bisschen mit den Kindern malen, sie haben Mützen, Socken und Handschuhe bekommen und wenn sie mal etwas mithelfen konnten, wie zum Beispiel mit der Bo-gensäge Holz sägen oder beim Beton mischen den Sand in die Mischmaschine zu schippen, waren sie sehr motiviert bei der Sache. ( Mari)

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Und noch ein Bericht: Im Garten hat sich sehr viel getan. Als wir im Oktober am Haus ankamen, haben wir zuerst die Beete abgeerntet. Dabei kam eine erstaunliche Menge an Kartoffeln, Zwiebeln, Paprika und sogar ein paar Himbeeren zusammen. Anschließend wurde die Erde umgegraben, damit im Frühling wieder neue Pflanzen angepflanzt werden können. Die aus Karlsruhe mitgebrachten Weinpflänzchen bekamen einen Platz direkt am Zaun. So werden ihre grünen Blätter ihn hoffentlich bald überwachsen. Da der Kompost vollkommen überfüllt war, richteten wir den zweiten alten Kompost, mit ein paar zusätzlichen Brettern wieder her. Die Kinder haben ihm gleich einen neuen Anstrich verliehen. Der Pfad, der von dem Eingangstor bis zu dem befestigten Weg führte, bestand nur aus festgetretener Erde, diese weichte bei Regen schnell auf und der Pfad verwandelte sich in einen Schlammweg. Um das zu vermeiden, hoben wir einen ca. 5 cm tiefen Pfad aus und anschließend gossen wir Beton in diesen ausgehobenen Pfad. Während dieser Fahrt wurden die Außenwände des Hauses frisch verkalkt. Auch die Giebelwand im Innenraum auf der Küchen-Bad Seite wurde weiß verkalkt und die Flaschen frisch geputzt. Im zukünftigen Badezimmer wurde ein Betonboden verlegt und die Installation von den Sanitäranlagen vorbereitet. Auch hier verkalkten wir die Wände und die Decke, dabei legten wir mehrere Schichten aufeinander, sodass die Wände und die Decke glatt und weiß aussehen. Außerdem wurde der große Raum winterfest gemacht. Die Fenster bekamen schöne Fensterrahmen aus Holz und es wurde viel Holz für den Winter gesägt. ( Helena) Ein Teil der Gruppe auf der Holzkonstruktion für das Küchen-und Bad-Dach. Nicht auf dem Bild: Jonathan und Luhu

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Nachschlag: Dezember 2016: im Schulbüro der Waldorfschule Karlsruhe gehen Tag für Tag Päckchen, ja sogar einige Pakete ein. Adressatin: Schulprojektgruppe Amaro Kher. Was ist passiert? Weihnachtsmann? Nein: Weihnachtsfrauen von RAVELRY Eine aufmerksame, freundliche Strickerin des internationalen Stricknetzwerkes RAVELRY hat einen Aufruf veröffentlicht: Amaro Kher braucht neue Wolle zum Stricken….tja, wir werden wieder einen Anhänger brauchen!

 

Liebe Freunde, Förderer, Spenderinnen und alle Aktiven! Wir danken für Euren Einsatz an so vielen Stellen! 2016 war ein unglaublich intensives Amaro Kher-Jahr . Wir haben Meilensteine geschafft, im Baulichen wie in der Manufaktur. Dabei halfen denen, die hier aktiv Hand angelegt haben, diejenigen, die dem Projekt Gelder gespendet haben. Denn Vieles hat einfach auch Geld gekostet. Euch allen deshalb einen herzlichen Dank !!!!!!!

Ein Bericht von Gudrun Jaschke

Hallo! Ich bin Gudrun. Ich bin 19 Jahre alt und habe von September 2015 bis September 2016 in Kriva Palanka gelebt und Amaro Kher kennengelernt.
Daher schreibe ich hier einen kleinen Beitrag für den Amaro-Kher-Rundbrief.
In Palanka arbeitete ich als Freiwillige im Kindergarten von FutuRoma.
Während der Zeit habe ich viele Menschen aus dem Romaviertel kennengelernt und Amaro Kher über ein Jahr hinweg erlebt. Manchmal kamen Schülergruppen oder andere Engagierte aus Deutschland für einen bestimmten Zeitraum nach Palanka. Sie arbeiteten zum Beispiel am Bau des Hauses weiter und fuhren danach wieder nach Hause. Im Herbst, an Ostern und im August habe ich mit anderen aus Deutschland am Haus weitergebaut und mit „Neuen“ und viel mit „Alten“ geredet, die das Projekt und Menschen in Palanka schon seit Jahren kennen und immer wieder kommen.
Seit Ostern habe ich die Strickgruppe von Amaro Kher organisiert. Ich habe mich regelmäßig mit den Frauen getroffen, Technik gezeigt, Gestricktes entgegengenommen, einen kleinen Lohn gezahlt und neue Wolle ausgegeben.
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Ein Thema ist für mich während des Jahres sehr sichtbar geworden: Menschen an
verschiedenen Orten leben unterschiedlich. Wenn jemand jemandem helfen will, seine Lebenssituation zu verbessern, aber selber von woanders herkommt, muss
dieser erst ganz viel über den anderen und sein Umfeld lernen, um zu verstehen
wie es ihm wirklich geht, wie er lebt und wo ersterer ihm eine Hilfe sein kann, wie er ihn unterstützen kann, damit es ihm langfristig in irgendeiner Hinsicht besser geht. Keiner kann sicher sagen, ob und an was es einem Menschen genau fehlt,der 1500km weit entfernt aufgewachsen ist und lebt, solange er ihn nur flüchtig kennt und über seine Situation nur ungefähr Bescheid weiß. Menschen an verschiedenen Orten leben unterschiedlich. Daher bedeutet und verlangt die Arbeit in Amaro Kher intensives hinschauen,hinhören,wahrnehmen,
hineinfühlen,erleben,kennenlernen und selbstreflektieren bevor man etwas tut.

Gudrun Jaschke