Die beteiligten Vereine

Hier stellen sich die drei beteilgten Vereinen im Einzelnen vor. Dabei wird sichtbar, dass Jeder seinen besonderen Schwerpunkt und ganz eigenen Blickwinkel auf das gemeinsame Projekt hat. Die Stärke im Zusammenspiel erwächst gerade aus dieser Verschiedenheitist: futuRoma e.V.  arbeitet schon seit Jahren in Kriva Palanka, INTEResse e.V. ist spezialisiert auf Konfliktmanagement und Casa Creciente e.V. weiß, wie man mit Müll baut.

INTEResse e.V.

Der Verein INTEResse hat sich vor 5 Jahren gegründet um die Konfliktkultur an Schulen nachhaltig zu verbessern. Zum Einen dadurch, dass wir Ausbildungen durchführen: für SchülermediatorInnen und für Erwachsene, die im pädagogischen Bereich Mediationen durchführen führen. Zum anderen haben wir zusammen mit SchülermediatorInnen auf drei Streitschlichterkongressen ein Online-Hilfe-Portal konzipiert und dann auch eingerichtet, bei dem sich Mobbing-Betroffene oder Menschen, die andere beim Auflösen von  Mobbing unterstützen wollen, Hilfe holen können( www.mobbing-ist-loesbar.de). Mobbing- Ausgrenzung- Demütigungen: das sind leider Phänomene, die nicht nur in der Schule vorkommen. Die ganze Geschichte ist voll von Ausgrenzungen, Feindbildern und anderen Vorurteilen. Das heißt, wenn wir in der Schule in solchen Konflikten hilfreich sein wollen, ist es logisch, dass wir es im Leben außerhalb der Schule auch tun müssen. Durch Schüler-und Erwachsene MediatorInnen sind wir auf die Ausgrenzungssituation der Roma in Kriva Palanka gestoßen und konnten auch da nicht einfach dran vorbei schauen: also haben wir beschlossen, im Roma-Viertel in Kriva Palanka und darüber hinaus dazu beizutragen, dass hier Konflikte gelöst werden können und vor allem, dass wir etwas dafür tun, dass diese Menschen dort endlich würdevoll leben können. Viele Grundbedürfnisse sind dort nicht erfüllt: das fängt bei der Kleidung, in manchen Fällen sogar bei der Nahrung an, führt über viel zu geringe Schutzmöglichkeiten gegen die Winterkälte hin zur Bildung, insbesondere für Größere, zu denen die Roma den Zugang  im Moment nur mit Unterstützung finden, z.B. indem wir Patenschaften übernehmen. Menschen, denen so viel vorenthalten wird, haben es schwer, sich als vollwertig und anerkannt zu erleben. Menschenrechte ernst zu nehmen, heißt aber auch, sie jedem zuzugestehen. Das Versammlungsrecht beispielsweise ist ein wesentliches Anliegen von allen Menschen, die gemeinsam ihre Angelegenheiten regeln wollen. In Kriva Palanka haben Roma bislang praktisch keine Möglichkeit, sich gemeinsam zu beraten, Ideen für das Gemeinschaftsleben zu entwickeln und sie umzusetzen. Wenn die Menschen allerdings aus ihrem benachteiligten Leben heraus kommen wollen, muss es die Möglichkeit geben, dass sie diesen Weg mit- und selbst gestalten- allerdings braucht es den Raum dazu. Auch für Konflikte,und für- durchaus auch anstrengende Gemeinschaftsprozesse- braucht es: den Raum. Deshalb engagiert sich INTEResse in Kriva Panka gemeinsam mit erwachsenen und Schüler-MediatorInnen für AMARO KHER- und für die Prozesse, um dieses Haus mit Leben zu füllen mit allem, was dazu gehört: Konflikten und Konfliktlösungen und Kompetenzen, nachhaltig zur Verbesserung der gemeinsamen Lebenssituation beizutragen.

interesse-ev.de

futuRoma e.V.

futuRoma e.V. hat das Ziel, Bildung und Lebensumstände der Roma in Kriva Palanka (Mazedonien) nachhaltig zu verbessern. Hunger, Arbeitslosigkeit, Diskriminierung, extreme Witterungen bestimmen ihr Leben. Durch mangelnde Schulbildung sind die Zukunftschancen der Kinder sehr schlecht.

Die vier großen Hilfstransporte seit 2003, der Kindergarten und die Geldakquise wurden bis Anfang 2011 ausschließlich von (ehemaligen) Schülerinnen, Schülern und Lehrern der Gottlieb-Daimler-Schule 1 (GDS1) aus Sindelfingen organisiert. Im Jahr 2011 schloss sich die Freie Waldorfschule Karlsruhe, die bei dem Bau des neuen Sandkastens und der Errichtung der schönen Mosaikwand Gefallen an der Arbeit mit den Menschen in Kriva Palanka gefunden hatte, dem Projekt an. Ebenfalls seit 2011 nahmen auch immer mehr weitere Personen die auf verschiedenen Wegen auf das Projekt aufmerksam geworden waren, an Fahrten nach Mazedonien und Aktionen vor Ort teil. Um die beiden Schulen und die außenstehenden Personen zusammenzuführen, wurde der gemeinnützige Verein futuRoma e.V. gegründet. Die Mitgliedsbeiträge bilden einen finanziellen Grundstock der etwas mehr Sicherheit gibt. Zudem erhoffen wir uns bessere Möglichkeiten, an Stiftungsgelder und andere Spenden zu kommen.

In Mazedonien gibt es seit 2006 die NRO (Nicht-Regierungs-Organisation) „Fritz-Aid“, benannt nach Fritz Hidding, dem ehemaligen Vertrauenslehrer der GDS1 und einem der Hauptinitiatoren des Projekts, damit in Mazedonien eine rechtliche Grundlage vorhanden ist, um Mitarbeiter dauerhaft und legal zu beschäftigen.

futuroma.de

Casa Creciente e.V.

Der Verein Casa Creciente wurde 2010 von einer Gruppe junger Menschen mit dem Ziel gegründet eine Plattform für gemeinsame Projekte zu schaffen. Ausschlag gebend dafür war die Idee am Rande von Buenos Aires -Argentinien – Häuser für bedürftige Menschen zu bauen. Wichtig war uns dass nicht einfach den Menschen vor Ort ein Haus gebaut wird, sondern dass man dies mit ihnen gemeinsam verwirklicht.
Ein wichtiger Aspekt beim Hausbau sind die Kosten.
So wurde der Recyclingbau, also das Bauen mit Müll zum Hauptthema des Vereines Casa Creciente. Müll gibt es überall genug und Müll ist billig. Aus Müll können – mit entsprechendem Wissen – sinnvolle Dinge gebaut werden, und ist deshalb in Gegenden, in denen arme Menschen leben, ein geniales Baumaterial.
Das Gemeinschaftsprojekt Amaro Kher ist ein gutes Beispiel, wie eine nachhaltige Zusammenarbeit aussieht. Beim Bau des Gemeinschaftshauses werden die Bewohner aktiv in  den Bauprozess mit einbezogen und lernen, wie aus Müll, sprich Paletten, Autoreifen, Glas- und Plastikflaschen gebaut wird. Sie lernen dieses erworbene Wissen auch am eigenen Haus anzuwenden.
Beim bauen mit den Menschen aus ärmeren Vierteln ist das eigentlich schwierige nicht der letztendliche Bau, sondern der Zugang und das Vertrauen zu den Menschen.
So treten immer wieder Schwierigkeiten wie Neid, Rivalitäten unterschiedlicher Gruppen oder Verständnisprobleme auf, die nur durch intensive Konfliktlösungen aufgeklärt werden können.

casacreciente.com