Frühling 2017

Hier der Bericht von Amaro Kher über den Frühling 2017

Am 7. April startete der Bus mit einem Anhänger, beladen mit einer großen Menge an Strickwolle, Stoffen, Schränken und Musikinstrumenten seine Fahrt nach Kriva Palanka in Mazedonien. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Romberg, der uns wieder seinen tollen Anhänger zurVerfügung gestellt hat!!! eine große Hilfe war das wieder!!! Diesmal stand die Fertigstellung der Terrasse auf dem Plan. Die nach vorne noch offene Terrasse wurde mit Holz verkleidet und das Geländer mit einer zusätzlichen Reihe an Eisenstangen erhöht und dann ebenfalls mit Brettern verkleidet.

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Im Garten wurde Unkraut gejätet, und Himbeer -und Brombeersträucher wurden eingepflanzt, ebenso wie Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbisse und Zucchini. Die Kinder halfen fleißig mit beim Umgraben, Gießen und Pflanzen.

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Mit den Kindern wurden viele Projekte gemacht, wie Samenkugeln formen, Filzen, Kuchen backen oder Armbänder knüpfen. Auch die mitgebrachten gespendeten Musikinstrumente bereiteten ihnen große Freude. Die einen erwiesen sich als begeisterte Trommler, während andere die Flöten bevorzugten. Neben den Projekten wurde gemalt, gepuzzelt, Ball und Tennis gespielt und die Kleinen entdeckten den Sand und Kieshaufen für sich. Zusammen bauten wir auch einen Balancierbalken.  Glücklicherweise war das Wetter immer sonnig und warm, sodass man sich hauptsächlich draußen aufhalten konnte. In der Nähwerkstatt wurde fleißig eine große Anzahl an Taschen zugeschnitten und genäht.

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Wenn ich mir jetzt, gut zwei Wochen danach, die Osterfahrt wieder ins Gedächtnis rufe, kommen mir zuallererst verschiedenste Geräusche in den Sinn: die Stimme des Sprechers von dem Hörbuch das wir während der Autofahrt hörten, die ganz speziellen Geräusche des Viertels, je nach Tageszeit mal lauter mal leiser, mal Hundegebell, mal „BravoHits 2013“, mal Tuba, mal Motorgeräusche. Das Klappern von Geschirr, welches in einer Blechschüssel gespült wird, das Geräusch, das eine scharfe Schere macht, wenn sie durch Stoff schneidet, Wasser, dass in eine Gießkanne fließt, Kinderlachen, Kinderschreien, Trommeln, und dieses schrille Pfeifen, das jedem der in der Schule Blockflöte lernen musste, für immer in Erinnerung bleibt. Am ersten Tag nachdem wir angekommen waren, fand die Feier zum Roma-Tag statt, dieses Mal mit Live-Musik, Tanz und so vielen Leuten, wie der Raum grade fassen konnte.

Es folgte eine sehr intensive Woche. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, ziert die Frontseite des Hauses nun das Holzgeländer der Terrasse. Die Frauen kamen jeden Tag um ihre 300 Taschen zu nähen und die Kinder kamen jeden Tag in freudiger Erwartung, was sie wohl heute mit uns spielen oder machen würden: Blumenbomben, Filzbälle, Freundschaftsbändchen, Bilder malen, trommeln, flöten oder gärtnern. Der absolute Höhepunkt war das Theaterstück, welches spontan entstand, als wir die mitgebrachten Kisten mit den Kleidern aus dem Kostümverleih zum Verkleiden öffneten. Das Stück handelte von einer Prinzessin und dem Teufel und man könnte es irgendwo zwischen Feminismus, Schneewittchen und einem religiösen Lehrstück einordnen.
Der Teufel gibt der holden Prinzessin ein giftiges Ei. Die Prinzessin fällt in Ohnmacht und wird vom starken Prinzen in ihr Schloss gebracht, erholt sich aber rasch und zieht den Teufel zur Rechenschaft. Hollywoodreif! Zum Abschluss fanden wir uns am Lagerfeuer zusammen und ließen die Woche mit Gitarre und Feuerknistern ausklingen.
Und hier die kleine, aber excellente Osterfahrt-Gruppe !!

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Aus der Manufaktur Immer besser und immer mehr…. entwickeln sich die Handarbeitsfähigkeiten der Frauen in der Manufaktur. Und dementsprechend bringen wir von jeder Fahrt auch immer mehr Produkte mit. So viel mehr, dass unsere bislang kleinen „Absatzmärkte“ kaum noch ausreichen, die Dinge an die Männer und Frauen zu bringen. Inzwischen stricken ca 25 Frauen regelmäßig Socken, Babyartikel, Hausschuhe und andere Artikel, und auch bei den „Nähfrauen“ sind es mehr geworden. Immer mehr ist da auch erlebbar, wie die einen die anderen beim Lernen unterstützen. Wenn wir vor Ort sind, halten wir immer „Frauen-Konferenzen“ ab, in denen fachlicher Austausch, aber auch Beratung über die weiteren Projekte und Ideen stattfindet. Als wir an Ostern angekommen sind, hatten wir plötzlich an die 200 Paar Socken, jede Menge „Handytaschen“ und weitere Strickprodukte vor uns, das war überwältigend viel, und wir hatten damit tatsächlich nicht gerechnet. Nun gilt es sie auch zu verkaufen, damit wir den Frauen weiterhin auch einen fairen Preis bezahlen können. Im Moment haben wir noch Woll- und Stoffspenden, daher sind die Preise noch nicht soo hoch.

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Wie kommen wir zu neuen Abnehmer*innen? Hier sind wir für jede Idee dankbar!
Natürlich kann man die Dinge auch bei uns im Voraus bestellen: Für die Nähgruppe haben wir seit längerer Zeit vom Reisebuchladen Karlsruhe immer Aufträge für ein Sortiment an Taschen bekommen, dieses Mal auch von einer Apotheke, und das kann und darf weiter wachsen. Die Nähgruppe kann alles nähen, was nicht allzu kompliziert ist, z.B. Geschirrhandtücher, Taschen natürlich, Lavendelsäckchen, Servietten……man kann uns fragen, ob wir etwas Spezielles herstellen können.
Eine Spezialität ist die „HOSENTASCHE“, die wir jetzt angehen wollen: eine Hose upgecycelt zu einer Tasche- gefüttert und mit Innentasche- und groß!
Von der Abteilung STRICKEN in der Manufaktur gibt es anzubieten: ganz normale Socken in allen Farben und Größen und unterschiedlichen Materialien von reiner Wolle bis Mischwolle ( auch hier ist Vorbestellen- z.B. für Weihnachten- sehr hilfreich)

Und es gibt noch Vieles andere, was die Frauen inzwischen teilweise wirklich gut können.
Sehr eigenwillige Socken (Aus Mangel an neuer Wolle, als wir noch
nicht da waren) und ebenso eigenwillige Handytaschen……
Zum Standard der Strickgruppe gehören inzwischen die (nicht eigenwilligen ) Socken und die speziellen Hausschuhe aber auch Babyartikel, Kindersocken und Babyschuhe…..alles ist zu haben, und die Frauen sind mit uns zusammen dankbar über faire Aufträge. Jederzeit und gerne als Vorbestellung und Info über gewünschte Wollart, Farbe etc….über
lu-hu@lu-hu.de oder info@amarokher.org
In diesem Sinne grüßen wir  mit großer Hoffnung auf Rückmeldungen zu unseren Fragen Die Amaro Kher-Rundbrief-Redaktion an Pfingsten 2017

Herbst 2016 Bau der Terasse

Endlich ! Meilenstein Terasse.

Es gab und gibt Vieles, das in Amaro Kher und darum herum Mut macht, Freude macht und Spaß, weil sich an vielen Stellen zupackendes Engagement schnell in sichtbare Ergebnisse verwandelt. Und es gab in den letzten zwei Jahren aber auch zwei Worte, die fast schon leichten Horror-Status hatten:

Bitumen und Folie

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Beides darf jetzt endlich abgelöst werden durch TERRASSE! Wobei Terrasse eigentlich DACH bedeutet, und vielleicht demnächst auch Terrasse im Sinne von „gemütlicher Treffpunkt“. Der Dach-Charakter allerdings von Terrasse hatte uns in den vergangenen Monaten wirklich Sorgen gemacht, weil die Terrasse das Dach des Anbaus ist, in dem sich auch die Manufaktur befindet. Und dieses Dach gab es noch nicht begehbar, und auch nicht wirklich dicht, sondern es bestand aus Bitumen und Folie, und beides war immer wieder durch die Witterung und durch viele Füße einfach angegriffen. Dass jetzt die Terrasse als Dach entstehen konnte, lag vor allem an zwei Dingen:

Einer engagierten Geld-Sammelaktion der Schulprojektgruppe, die es ermöglicht hat, das relativ preisintensive Holz wirklich kaufen zu können. Und zum Zweiten an den beiden Terrassen-Baumeistern Julius und Lennart, die den Herbstaufenthalt vor allem auf dieser entstehenden Terrasse verbracht haben, von kurzen Mahlzeiten und ein bisschen Schlaf abgesehen. Beide hatten sich mit den ursprünglichen Baumeistern bestens vorbereitet, berechnet, ausgemessen, Material bestellt usw, um dann vor Ort festzustellen, dass eben doch alles anders ist. Da sind eben Balken von 8 auf 12 cm selten wirklich 8 x 12, sondern da gibt es Vieles drum herum: 7,5 auf 13 oder 8,5 auf 11. Das bedeutete:

10 Tage Balken für Balken einrichten, neu berechnen, anpassen, sägen und schließlich bauen: hier ist das Ergebnis: zwei übermüdete  Baumeister und ein Dach über dem Neubau, das auch Terrasse ist.

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Meilenstein: Schutz vor der Witterung !

Für Amaro Kher heißt das, dass an einer der zentralen Sorgenpunkte, was Feuchtigkeit betrifft, endlich Entspannung eintreten kann: also kein neues Bitumen, keine neuen Folien mehr und vor allem keine Angst mehr davor, dass Nässe durch das Dach kommt. Das Thema  Nässe konnte auch an anderen Stellen noch intensiver bearbeitet werden. Mehr davon in Jonathans Bericht…

Und überhaupt: Nicht nur auf dem einen Dach, sondern überall hat sich seit Sommer hat in Amaro Kher viel getan.

 

Jonathans Bericht:

Im Vorfeld der Herbstfahrt sammelten wir auf dem Herbstmarkt der Walddorfschule Karlsruhe ca. 600 Euro für Amaro Kher durch den Verkauf von Crepes und selbst gemachter Solidaritäts-Marmelade. Wir konnten viele neue Freiwillige für das Projekt gewinnen und so war es dieses Mal eine Gruppe von 13 Jugendlichen, die sich auf verschiedenem Wege nach Kriva Palanka machte. Außerdem konnten wir auf die Unterstützung von Konrad und Gerhard als Fahrer und erfahrene Erwachsene zählen, vielen Dank dafür, ohne die beiden wäre die Fahrt nicht möglich gewesen.

Luhu war natürlich auch dabei, und schon zwei Tage vorher losgefahren, um vor Ort die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen.

Ein großes Projekt war die Vorbereitung des Bades. Der Raum wurde verputzt und anschließend mit Kalkfarbe weiß gestrichen. Außerdem bekam das Bad einen Estrich-Beton Boden.

Das Bad ist noch nicht fertig ,denn es fehlen noch eine Dusche und Waschbecken.

Die Toilette im Bad ist allerdings nun benutzbar, was einen großen Fortschritt darstellt insbesondere im Winter, denn bis dahin gab es lediglich draußen ein Toilettenhäuschen im Freien.

Ein weiteres Projekt war es unfertige Stellen an welchen noch Bauschaum oder die Mauer zu sehen war, zu verputzen und anschließend die Wände mit Kalk zu streichen. Die zweite kleine Flaschenwand wurde geputzt, sodass die Wand auch von dieser Seite „leuchtet“,  und mit Kalk weiß gestrichen.

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Das mit Abstand größte Projekt war der Bau der Terasse.Die beiden Baumeister Lennart und Julius arbeiteten von früh Morgens bis spät in die Nacht um dieses Kunstwerk zu vollenden.

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Weitere Bau- und Handwerks-Projekte waren:

• Das Feuerholz für den Winter besorgen (teuer) und sägen

• Den Weg vom Tor zur Eingangstür befestigen

• ein upcycling Kleiderständer und viele liegen gebliebene und viele „Kleinigkeiten“ mehr.

Außerdem bauten wir ein Dach über dem Küchen und Bad Anbau.

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Auch wenn wir sehr, sehr viel gebaut haben- es gab noch andere, ganz wichtige Aufgaben und Projekte z.B. Die Stipendiaten finden und mit ihnen beraten schon eine ganze Weile suchen wir eine Möglichkeit, neben den Schulpatenschaften, die FutuRoma Schüler*innen betreut, etwas zu installieren, mit dem wir die älteren Schüler*innen an den Schulen halten können. Nicht nur, aber auch deshalb, weil es in Karlsruhe Menschen gibt, die genau hier helfen wollen. Wir konnten jetzt heraus finden, dass wir in Edinstvo 5 Gymnasiasten haben. Die haben wir zusammen getrommelt und ihnen erklärt, worum es geht: dass wir nämlich im Moment zwei Stipendien anbieten können, und wir mit ihnen beraten wollen, wer sie bekommen sollte. Es war sofort klar, dass eines davon an Fatima gehen sollte, die vor kurzem beide Eltern verloren hat. Das zweite- ja, da wissen wir noch nicht weiter, außer dass wir versuchen wollen, noch 3 weitere Förderer suchen wollen. Es sind Bedingungen an diese Stipendien geknüpft, die in einem Vertrag festgelegt sind: regelmäßiger Schulbesuch- aktives Mitarbeiten in der Schule- und ein kleines Projekt in Amaro Kher. Fatima hat das auch sofort umgesetzt und ist nun 1 mal die Woche mit Kindern in Amaro Kher tätig.

Unter anderem wird da gemalt. Und auch einige der Projektgruppe hatten Lust mit einigen der Nähgruppe mal wieder nach Herzenslust sich mit Farben zu beschäftigen…

Und im Anschluss haben wir dann Lichterketten daraus gebastelt.

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Neben der handwerklichen Arbeit wurde auch wieder mit den Roma-Frauen an Handar-beitsprojekten gearbeitet. Zum Beispiel wurden Kinderschürzen, Taschen und Lavendelsäckchen genäht. Es war nicht immer einfach den Frauen klar zu machen dass wir Deutschen die Nähte gera-de haben wollen und dass die Nahtzugabe wirklich dazugehört, aber alle haben sich viel Mühe gegeben, dass am Ende schöne Sachen da waren, also die Schürzen, einfache Stofftaschen die ein Laden in Karlsruhe häufiger in großen Mengen ab-kauft und Lavendelsäckchen, die am Basar in der Waldorfschule verkauft werden. Auch erste Socken und Stulpen wurden in der Zeit fertig. Die ersten Werke der Frauen mit 5 Stricknadeln – was für die an schwerere, gröbere Arbeit gewohnten Hände am Anfang gar nicht so einfach war. Auch haben wir gemeinsam große Bögen an Papier mit Wachsmalstiften bemalt, kleine Schirmchen ausgeschnitten und Lich-terketten daraus gebastelt. Mit den Kindern war es teils nicht so einfach, da auf dieser Fahrt viel gebaut wurde und wir oft das Tor zum Grundstück geschlos-sen hatten und die Kinder oft kamen, aber nicht herein konnten. Trotzdem konnten wir ein bisschen mit den Kindern malen, sie haben Mützen, Socken und Handschuhe bekommen und wenn sie mal etwas mithelfen konnten, wie zum Beispiel mit der Bo-gensäge Holz sägen oder beim Beton mischen den Sand in die Mischmaschine zu schippen, waren sie sehr motiviert bei der Sache. ( Mari)

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Und noch ein Bericht: Im Garten hat sich sehr viel getan. Als wir im Oktober am Haus ankamen, haben wir zuerst die Beete abgeerntet. Dabei kam eine erstaunliche Menge an Kartoffeln, Zwiebeln, Paprika und sogar ein paar Himbeeren zusammen. Anschließend wurde die Erde umgegraben, damit im Frühling wieder neue Pflanzen angepflanzt werden können. Die aus Karlsruhe mitgebrachten Weinpflänzchen bekamen einen Platz direkt am Zaun. So werden ihre grünen Blätter ihn hoffentlich bald überwachsen. Da der Kompost vollkommen überfüllt war, richteten wir den zweiten alten Kompost, mit ein paar zusätzlichen Brettern wieder her. Die Kinder haben ihm gleich einen neuen Anstrich verliehen. Der Pfad, der von dem Eingangstor bis zu dem befestigten Weg führte, bestand nur aus festgetretener Erde, diese weichte bei Regen schnell auf und der Pfad verwandelte sich in einen Schlammweg. Um das zu vermeiden, hoben wir einen ca. 5 cm tiefen Pfad aus und anschließend gossen wir Beton in diesen ausgehobenen Pfad. Während dieser Fahrt wurden die Außenwände des Hauses frisch verkalkt. Auch die Giebelwand im Innenraum auf der Küchen-Bad Seite wurde weiß verkalkt und die Flaschen frisch geputzt. Im zukünftigen Badezimmer wurde ein Betonboden verlegt und die Installation von den Sanitäranlagen vorbereitet. Auch hier verkalkten wir die Wände und die Decke, dabei legten wir mehrere Schichten aufeinander, sodass die Wände und die Decke glatt und weiß aussehen. Außerdem wurde der große Raum winterfest gemacht. Die Fenster bekamen schöne Fensterrahmen aus Holz und es wurde viel Holz für den Winter gesägt. ( Helena) Ein Teil der Gruppe auf der Holzkonstruktion für das Küchen-und Bad-Dach. Nicht auf dem Bild: Jonathan und Luhu

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Nachschlag: Dezember 2016: im Schulbüro der Waldorfschule Karlsruhe gehen Tag für Tag Päckchen, ja sogar einige Pakete ein. Adressatin: Schulprojektgruppe Amaro Kher. Was ist passiert? Weihnachtsmann? Nein: Weihnachtsfrauen von RAVELRY Eine aufmerksame, freundliche Strickerin des internationalen Stricknetzwerkes RAVELRY hat einen Aufruf veröffentlicht: Amaro Kher braucht neue Wolle zum Stricken….tja, wir werden wieder einen Anhänger brauchen!

 

Liebe Freunde, Förderer, Spenderinnen und alle Aktiven! Wir danken für Euren Einsatz an so vielen Stellen! 2016 war ein unglaublich intensives Amaro Kher-Jahr . Wir haben Meilensteine geschafft, im Baulichen wie in der Manufaktur. Dabei halfen denen, die hier aktiv Hand angelegt haben, diejenigen, die dem Projekt Gelder gespendet haben. Denn Vieles hat einfach auch Geld gekostet. Euch allen deshalb einen herzlichen Dank !!!!!!!

Ein Bericht von Gudrun Jaschke

Hallo! Ich bin Gudrun. Ich bin 19 Jahre alt und habe von September 2015 bis September 2016 in Kriva Palanka gelebt und Amaro Kher kennengelernt.
Daher schreibe ich hier einen kleinen Beitrag für den Amaro-Kher-Rundbrief.
In Palanka arbeitete ich als Freiwillige im Kindergarten von FutuRoma.
Während der Zeit habe ich viele Menschen aus dem Romaviertel kennengelernt und Amaro Kher über ein Jahr hinweg erlebt. Manchmal kamen Schülergruppen oder andere Engagierte aus Deutschland für einen bestimmten Zeitraum nach Palanka. Sie arbeiteten zum Beispiel am Bau des Hauses weiter und fuhren danach wieder nach Hause. Im Herbst, an Ostern und im August habe ich mit anderen aus Deutschland am Haus weitergebaut und mit „Neuen“ und viel mit „Alten“ geredet, die das Projekt und Menschen in Palanka schon seit Jahren kennen und immer wieder kommen.
Seit Ostern habe ich die Strickgruppe von Amaro Kher organisiert. Ich habe mich regelmäßig mit den Frauen getroffen, Technik gezeigt, Gestricktes entgegengenommen, einen kleinen Lohn gezahlt und neue Wolle ausgegeben.
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Ein Thema ist für mich während des Jahres sehr sichtbar geworden: Menschen an
verschiedenen Orten leben unterschiedlich. Wenn jemand jemandem helfen will, seine Lebenssituation zu verbessern, aber selber von woanders herkommt, muss
dieser erst ganz viel über den anderen und sein Umfeld lernen, um zu verstehen
wie es ihm wirklich geht, wie er lebt und wo ersterer ihm eine Hilfe sein kann, wie er ihn unterstützen kann, damit es ihm langfristig in irgendeiner Hinsicht besser geht. Keiner kann sicher sagen, ob und an was es einem Menschen genau fehlt,der 1500km weit entfernt aufgewachsen ist und lebt, solange er ihn nur flüchtig kennt und über seine Situation nur ungefähr Bescheid weiß. Menschen an verschiedenen Orten leben unterschiedlich. Daher bedeutet und verlangt die Arbeit in Amaro Kher intensives hinschauen,hinhören,wahrnehmen,
hineinfühlen,erleben,kennenlernen und selbstreflektieren bevor man etwas tut.

Gudrun Jaschke

Hängematte und Spielecke für Amaro Kher

Mein erster Aufenthalt in Mazedonien dauerte nur eine Woche. Es war im Herbst 2015, kurz nach Beginn des Wintersemesters, doch weil ich schon so viel von dem Projekt gehört hatte, wollte ich es mir unbedingt ansehen. Ich flog hin und sah es mir an und war sofort fasziniert von der Energie mit der alle mit anpackten, von der Gastfreundlichkeit mit der ich empfangen wurde und dem Gemeinschaftsgefühl das ich beim gemeinsamen Tanzen bei der Einweihungsparty erlebte. Eine Woche ging viel zu schnell vorbei und so begann ich mit dem Gedanken zu spielen, mal länger dort zu bleiben.
Ich wollte die Menschen näher kennenlernen, wollte was mit den Kindern machen, wollte Hämmern und Sägen und Nähen und Basteln und allgemein die Situation der Menschen und die Funktion des Projekts besser verstehen.
Das war meine Motivation nach der regulären Fahrt noch vier weitere Wochen zu bleiben.
Am 18. April ging es los. In den ersten zwei Wochen war ich noch Teil der Gruppe aus Deutschland. Wir fingen jeden Morgen um 9:00 an, arbeiteten den Tag über und saßen Abends noch lange zusammen oder gingen mit der Tochter unseres Gastgebers und ihren Freunden in die Billardbar. Die Gruppe war sehr harmonisch und und unterstützend und sie fehlten mir, als sie dann abreisten. Aber ganz allein blieb ich nicht, denn Rahel hatte es auch so gut gefallen, dass sie sich spontan entschied noch zwei Wochen länger zu bleiben.
Wir machen uns einen Plan, der ungefähr folgendermaßen aussah: ab 10:00 bei Amaro Kher sein, bis 13:00 Arbeiten am Haus erledigen, dann Mittagsessen und Mittagspause und von 15:00-18:00 Kinderbetreuung. Wir merkten sofort, dass es schön und gut ist Pläne zu haben, aber die Realität sieht oft anders aus. Das macht ja auch keinen Sinn, wenn die Mädels beim Haus sind und man mit ihnen spielen will, dass man dann wieder geht und bis drei wartet. Ohne Uhr. Wenn man aber jetzt spielen will. Oder dass man mitten beim Spielen aufhören und gehen muss. Viel lustiger ist es doch, genau dann mit den Mädels Fangen zu spielen.
Trotzdem lernten die Kinder schnell, dass es feste Zeiten gab, an denen sie kommen konnten und es klappte immer besser. Je nachdem wie viele Kinder und wie alt diese waren, ließen wir sie im Sand spielen, malten, bastelten oder spielten Spiele mit ihnen. „Blinde Kuh“ und „Der Fuchs“ geht um sind sehr beliebt. Die größte Herausforderung war tatsächlich mit allen Kindern gemeinsam etwas zu tun, da alle doch unterschiedliche Bedürfnisse hatten. Ein Mädchen wollte immer auf den Arm genommen werden, ein Junge spielte immer mit dem Bagger im Sand, andere malten am liebsten oder wollten immer Ball spielen. Sehr hilfreich war es, wenn ältere Kinder dabei war, die deutsch konnten und übersetzen und schlichteten wenn es unter den jüngeren Streit gab. Ein paar wichtige Wörter, wie kai (wo), koi (wer), tearra (morgen) oder dosta (genug) konnten wir bald.
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Später als die Kinderecke mit einem improvisierten Ruhebereich, einer Hängematte und Kindertischen eingerichtet war, verlagerte sich das Spielen nach drinnen. Leider habe ich kein Foto davon, aber einmal lag einer der kleineren Jungen in der Hängematte und tat so als würde er schlafen und hatte dabei das breiteste Grinsen auf dem Gesicht während um ihn herum das Chaos tobte. Jeder liebt Hängematten.
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Abends unternahmen wir oft noch etwas mit den Jugendlichen mit denen wir uns angefreundet hatten, wir gingen Billard spielen oder besuchten uns gegenseitig.
In der Zeit, in der wir da waren gab es mehrere große Ereignisse, an denen wir teilhaben durften, so besuchten wir zwei Roma-Partys, eine Geburtstagsfeier und eine Hochzeit.

Jeden Tag, bis auf die Tage, an den die Hochzeit und ein anderes Mal eine Beerdigung stattfanden, kamen um die Mittagszeit die Frauen zum Nähen. Sie sind ein richtig gut eingespieltes Team, jede ist für einen Arbeitsschritt in der Produktion der Taschen verantwortlich. Wenn noch Zeit war, nähten wir anschließend Hosen. Ich hatte eine sehr weite Stoffhose mit, die wir als Vorbild für das Schnittmuster nahmen. Amaro Kher hatte ja im Vorfeld eine riesige Stoff und Kleiderspende erhalten und davon konnten wir einige der dünneren Stoffe, die nicht gut für Taschen geeignet waren, verwenden.

Ebenfalls jeden Tag kam Safet um sich um die Pflanzen zu kümmern und oft unterhielten wir uns lange, er erzählte von seinen Projekten mit den Kindern und manchmal blieb er um den Kindern Geschichten zu erzählen.
Mit Ibo bauten wir ein Holzdach über den Anbau von Küche und Bad und schweißten das Tor, sodass die Kinder nicht mehr durchschlüpfen können. Als die Außenspüle begann drohend zu knarren, sobald man darauf Geschirr abstellte, bauten Engin und ich eine neue.
Oft wurden wir zum Kaffee bei verschiedenen Familien eingeladen, und auch wenn ich weder Mazedonisch noch Romanes spreche und die Leute manchmal mehr manchmal weniger deutsch konnten verstanden wir uns gut. Einmal war ich bei der Mutter von Kindern , die oft zu Amaro Kher kamen eingeladen und sie zeigt mir pantomimisch wie wohl mal jemand betrunken auf einer Feier einem Musiker die Trompete wegnehmen wollte oder so, zumindest war das meine Interpretation. Ich lachte Tränen. Nicht jedes Mal war es lustig, ich bekam auch Geschichten erzählt, die mich noch lange danach beschäftigten. Geschichten wie Leute es geschafft hatten, sich in Deutschland ein Leben aufzubauen, bis zu dem Tag an dem in aller Herrgottsfrühe die Polizei vor der Tür stand und die Familie zurück nach Mazedonien schickte oder wie es sich anfühlt nicht genug Geld zu haben um die Familie zu ernähren, nicht genug Geld zu haben um im Krankenhaus behandelt zu werden, nicht genug Geld zu haben, weiter zur Schule gehen zu können. Freunde von mir waren lange in Deutschland gewesen, aber bevor sie einen Schulabschluss hätten machen können, mussten sie zurück- und weil sie das kyrillische Alphabet verlernt/ nie gelernt hatten, konnten sie keinen Abschluss in Mazedonien machen. Und ohne Abschluss gibt’s keinen guten Job. Abgesehen davon, dass die Roma immer noch stark diskriminiert werden.
Ich möchte bald wieder nach Kriva Palanka sobald ich Zeit finde, denn wie eigentlich jeder der einmal dort gewesen war und an dem Haus mitgearbeitet hat, lässt es auch mich nicht los und ich möchte die weitere Entwicklung mitbekommen und soweit ich kann mitgestalten.
Was ich von der Zeit mitnehme sind ganz viele Erlebnisse und Erfahrungen, mal schön, mal lehrreich, neue Freunde und die Überzeugung das Amaro Kher etwas ist, für dass es sich zu engagieren lohnt.

Josefine Ario

Sommer 2016: Die Saat ist aufgegangen !

Im Garten blüht es, die Slivi(Pflaumen)sind inzwischen zu leckerer Marmelade
geworden, und Tomaten und Paprika sind inzwischen auch am Reifen. Wir danken all denen, die uns an Ostern Stauden gespendet
hatten, ebenso jenen, die das Ganze als Garten gestaltet und
dann auch gepflegt haben. Und ein ganz besonderer Dank geht an Safet, der nach unserer Abreise nach Ostern alles liebevoll gepflegt,vor allem gegossen hat.

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Was hat sich im Sommer getan?
Im August und September waren aus Deutschland (neben Gudrun in ihren letzten Palanka-Tagen) Charlotte, Maria,kurzzeitig auch Leandra und Julia sowie Angelika in Amaro Kher.
Mit Ibraim zusammen wurde der Sanitärbereich verputzt, ein neues Fenster eingebaut und etliche kleinere Reparaturen vorgenommen.
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Es war eine eher ruhige Zeit, in der einige der liegen gebliebenen Aufgaben erledigt werden konnten.
UND: es war natürlich auch die Zeit der Nähgruppe, die sich wieder täglich stundenlang getroffen und gearbeitet hat. Im Unterschied zur Gruppe der Strickerinnen, die relativ selten zusammen in Amaro Kher an ihren Stücken arbeiten, weil das ja beim Stricken auch nicht unbedingt
notwendig ist, ist die Nähgruppe ein Team, das nicht nur zusammen eifrig
näht, sondern mehr und mehr auch an anderen Aufgaben in Amaro Kher
teilnimmt.. Am Ende dieser Nähepoche wurde das ganze Stockwerk
tiefengereinigt und richtig gut alles sortiert und……für die nächste Näh-
Epoche vorbereitet, die im Herbst stattfinden wird!
Über 3oo Taschen sind entstanden!!Ein großer Teil geht an den Reisebuchladen Karlsruhe, unseren treuen Abnehmer!
An Strickwaren haben wir auch eine Menge wunderschöner Exemplare
von Strümpfen,Hausschuhen und anderen Dingen mitgebracht, die in den nächsten Wochen auf den Märkten der Waldorfschule, auf der Mitgliederversammlung – oder
gegen Bestellung hier verkauft werden.
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Vorblick Herbst:

Die Herbstfahrt ist gerade in Vorbereitung: Ende Oktober geht es wieder für 1o Tage los!
Und dieses Mal wird die Terrasse fertig gestellt werden, damit der Regen hier keinen Schaden anrichten kann. Auch der Sanitärbereich, der jetzt verputzt ist, muss fertig gestellt werden.
Und in der Manufaktur werden wir einige neue Dinge erarbeiten um unser Repertoire zu erweitern. Wieder wird es eine Gruppe von Schüler*innen sein, die 1o Tage mit Arbeit und hoffentlich auch ein weinig Pausen Amaro Kher ein wenig weiterbringen wird.
Und dass das alles möglich ist, die Baustoffe bezahlt werden können, dafür gibt es immer wieder unglaubliche Überraschungen, z.B. Menschen, die einen wichtigen Tag dem Projekt Amaro Kher widmen:

GOLDENE HOCHZEIT – ein großes Geschenk für Amaro Kher!

Nachdem meine Großeltern das Projekt schon seit 2 Jahren aktiv mitverfolgt
hatten und mich auch bei meinen Projektfahrten immer unterstützten,
entschlossen sie sich anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit von ihren Gästen eine
Spende für Amaro Kher zu wünschen.
So kam es, dass ich in der Niedersächsischen Heide in einem zu einem Restaurant
umgebauten Bauernhof meinen Verwandten etwas über Amaro Kher erzählen
konnte. Ich zeigte mit einem Dia-Projektor Bilder und Videoausschnitte von der
Entstehung des Projekts bis heute. Meine Verwandten kamen nach dem Vortrag
noch auf mich zu und sagten mir, wie toll sie das Projekt fänden. Besonders den
Recyclingbau und die Nähmanufaktur fanden sie großartig.
Auch die Unterdrückung der Roma rückte ins Bewusstsein und wurde Thema von
Gesprächen.
Dank meinen Großeltern bekamen wir insgesamt eine Spende von 1000 Euro und
konnten Amaro Kher bekannter machen.
Ich bedanke mich an dieser Stelle im Namen von Amaro Kher noch einmal
herzlich
Jonathan Ario

Auch Lust bekommen zu unterstützen?

Dann gibt es viele Möglichkeiten:
• Mitglied im gemeinnützigen Verein Amaro Kher e.V. werden
• Spenden auf unser Konto
• Bankverbindung: IBAN: DE 76430609677028391500 BIC: GENODEM1GLS
• Ajvar-Lutica bestellen, das wir bei den Roma im Herbst zum Solidaritätspreis kaufen werden
• Strümpfe, Taschen, Marmelade etc…bestellen
• Oder einfach gute Ideen schicken, was die Manufaktur herstellen könnte und was hier gut verkauft werden kann….

Es dankt fürs Lesen des Rundbriefs und ggfs fürs Feedback zum Inhalt
Angelika Luhu.

Veranstaltung im IBZ 07.06

Liebe Freunde und Förderer von AMARO KHER

am Dienstag, 7.6. findet eine Veranstaltung im Internationalen Begegnungszentrum Karlsruhe , Kaiseralle 12 d, statt.

Thematisch gehört sie zu den Wochen gegen Rassismus, die natürlich bereits vorüber sind. Da wir aber zu dieser Zeit hauptsächlich vor Ort in Mazedonien waren, haben wir uns mit dem IBZ gemeinsam entschlossen, im Juni auch nochmal eine Veranstaltung gegen Rassismus stattfinden zu lassen. Neben einigen Berichten aus der aktuellen Arbeit wird es also auch darum gehen, was Antiziganismus im Alltag für die Menschen bedeutet und welche Möglichkeiten es gibt, diesen im Alltag zu überwinden.

Wir laden herzlich ein! Hier mit diesem Ausschnitt aus dem Programmheft der diesjährigen „Wochen. gegen Rassismus“

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April 2016

2016

Wieder ein Frühling in Amaro Kher !!

Und ganz viele Böden sind bereitet worden!

Über Ostern war erneut eine Gruppe Freiwilliger aus ganz Deutschland in Kriva Palanka, um weiter am Roma-Gemeinschaftshaus Amaro Kher zu arbeiten. Neben der Karlsruher Gruppe mit unseren bewährten und überaus beliebten „Fahrern aus Leidenschaft“ Andreas Heim und Konrad Armbruster hatten sich unserer Karlsruher Gruppe noch Felix und Georg aus Bonn und Rahel aus Pforzheim angeschlossen.

Die Projektgruppe aus Karlsruhe hatte bereits im Vorfeld durch den Verkauf von Crèpe, sozialer Marmelade und Produkten aus der Näh-Manufaktur Einiges Geld erwirtschaftet, um diese Bauphase zu ermöglichen. Eine großartige Spende der Stiftung „children for a better world- Jugend Hilft“, die uns zum wiederholten Male unterstützen, half uns ebenfalls, die anfallenden Kosten für Bau- und Einrichtungsmaterial zu bezahlen.

Auch der Rotarier Club Karlsruhe hatte uns mit einer Spende bedacht.

Und daneben muss erwähnt werden, dass wir eine Reihe privater Spender im Umfeld des Vereins haben,die seit einiger Zeit dauerhaft mit Unterstützung dabei sind.

Im Vorfeld der Fahrt hatten wir auch zahlreiche Stoff-, Woll-und Pflanzenspenden gesammelt.

Am 18.03 fuhren wir nun mit einem Stadtmobil und einem Anhänger, der voll beladen war mit Stoffen und Teilen der Kücheneinrichtung sowie anderen Hilfsgütern, los nach Kriva Palanka. Den Anhänger hatte uns ein äußerst freundlicher Schulvater aus der Karlsruher Waldorfschule ausgeliehen! Welch eine Hilfe! Neben Vielem, was schon lange auf eine Transportmöglichkeit wartete, konnten jetzt auch noch eine Menge- auch gespendeter –Pflanzen und Stauden mitgenommen werden, die den Garten von Amaro Kher demnächst in eine blühende und fruchtbare (Himbeeren u.a.)kleine Landschaft verwandeln können.

Auch Wollspenden waren im Vorfeld zahlreich angekommen, ebenso eine liebevollst zusammen gestellte Fuhre mit Zubehör für die Manufaktur der Frauen. Auch an dieser Stelle herzlichen Dank für all die Hilfen!

In den ersten Tagen verwirklichten wir zunächst das Projekt Holzböden für die Manufaktur und den Workshopraum.

IMG_0510Davor war in allen Räumen im unteren Bereich Betonboden, der nicht nur kalt und ungemütlich wirkte, sondern auch sehr stark staubte, was für die Computer und die Näh-Manufaktur ein Problem darstellte.

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Ein weiteres Projekt war, den sogenannten Eselstall in eine Werkstatt umzuwandeln. Dazu musste der Raum erst entrümpelt werden, denn es befanden sich noch viele Baustoffe aus früheren Bauphasen dort.

Der obere Teil des Eselstalls bekam neue Bretter und Balken, da Teile der Seiten und Dachkonstruktion über die Zeit morsch geworden waren. Jetzt wird dieser Teil des Eselstalls als Materiallager verwendet.

Der untere Teil des Stalls bekam einen Betonboden und eine Werkbank und kann bald als Werkstatt genutzt werden.

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Im Großen Raum- quasi dem Zentrum des Hauses- versiegelten wir den Boden mit der Roma Flagge, da er mit der Zeit porös geworden war und immer noch stark staubte. Die Versiegelung schützt jetzt nicht nur den Boden, sondern verstärkt nochmals die Farbe.

Und dass der Boden auch dann noch gut aussieht, wenn einen Abend lang getanzt wurde, bewies sich denn auch bei unserer Feier in dieser Woche ( einen Filmausschnitt kann man unter der Rubrik Videos sehen..)

DIE KÜCHE

DSCF4385Ein weiteres, richtig ganz großes Projekt war es, die Küche „herzustellen“- denn bislang hatten wir Küche nur im Freien bzw als Improvisation im unteren Bereich, allerdings ohne Wasser.

Im Herbst letzten Jahres waren die Mauern erstellt worden. Vor unserer Ankunft waren dann Türen und Fenster eingebaut worden. Jetzt galt es weiter zu machen.

Nachdem verputzt worden war,strichen wir zusammen mit den Roma Kindern und Jugendlichen die Küche.

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IMG_0600Nachdem wir die Küche gestrichen hatten, folgte der Einbau der selbstgebauten Spüle und der mitgebrachten Schränke und Regale.

Wir wissen jetzt, was eine EINBAU-KÜCHE ist, denn hier ging es nicht darum, fertige Schränke an Wände zu hängen, sondern aus ungehobelten Brettern Regalbretter zu machen und sie geschickt ein- zu -bauen in das, was es sonst noch an „Angeboten“ gab- das eine Schubladenelement und den anderen von irgendwoher stammenden Schrank, die zusammen eine „EIN-BAU-KÜCHE“ werden sollten. Und das ist auch gelungen, nicht zuletzt durch die unglaubliche Phantasie der Gruppe, die sich ja schon bei der letzten Projektfahrt mit den Regalen gezeigt hatte. Jetzt ist es viel besser möglich zu improvisieren, wenn der Hunger einen überfällt und gekocht werden muss. Und es wird in der großen Erntezeit ( Himbeeren uw) möglich sein, AMARO KHER-Marmelade herzustellen. Was jetzt noch fehlt, werden wir im Sommer schaffen!

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Und natürlich war auch die Manufaktur der Frauen wieder in Betrieb:

2oo Taschen und eine Menge Stulpen, Kissen und Strümpfe wurden hergestellt. Und es gab wieder lustige Überraschungen:

Es gibt eine mazedonische Art Strümpfe zu stricken! Das wussten wir noch nicht, also wieder einmal eine Bereicherung, wenngleich wir dann doch die westeuropäische Strumpfstrickweise einführen mussten, damit wir die Strümpfe auch hier verkaufen können.

IMG_0534Und auch darum geht es neben all dem Spaß, den wir beim Nähen und Stricken hatten: dass die Dinge auch hier untergebracht, sprich: verkauft werden können, und so für die Frauen auch der finanzielle Spaß erlebbar wird.

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Zum Kochen und zum „kleinen“ Beheizen der Küche und des großen Raumes kauften

und installierten wir einen Holzofen.
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Außerdem sorgten wir für eine bessere Abdichtung des großen Raums. Den Anfang machte eine wirklich kunstvolle Umrahmung der „Schwachstellen“ einer

Außentüre, das kann man hier gut sehen!

    VORHER:                                                                                    NACHHER:

 

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Ein weiteres Projekt war die Bepflanzung von Amaro Kher mit dem Ziel vor Augen Amaro Kher in eine grüne Oase zu verwandeln pflanzten wir die mitgebrachten Pflanzen u.a. Himbeeren

Die Verantwortungsgruppe

Neben all den Baumaßnahmen galt es aber auch, die Gruppe der Roma- Verantwortlichen für das Haus wieder neu zu bestimmen und gemeinsam mit ihnen die Aufgaben genau zu klären und die verschiedenen Bereiche aufeinander abzustimmen. Neben der Hausmeisterei geht es dabei um die Vermietungen des großen Raumes, die Betreuung der Sauberkeit im und ums Haus sowie die Gartenbetreuung. Diese Prozesse werden im Sommer weiter geführt werden, auch wenn genau diese Aufgaben jetzt auch von den Verantwortlichen so übernommen werden.

Und jetzt noch ein paar ganz wichtige Termine:

Freitag, 6. Mai, 18 Uhr Mitgliederversammlung AMARO KHER in Karlsruhe

Dienstag, 7.Juni:

Großer Abend mit Berichten aus Amaro Kher, auch mit Film und anderen Beiträgen und der Möglichkeit, Hausschuhe, Taschen und anderes aus der Manufaktur zu erwerben.

Wir danken allen Menschen und Organisationen, die uns für diese Osterfahrt und an anderen Stellen unterstützt haben, dass wir Amaro Kher weiter bauen und begleiten konnten.

Wir bedanken uns insbesondere bei

  • Der Stiftung Jugend hilft

  • Dem Rotary Club Karlsruhe

  • Frau Neukirchner

  • Herrn Dr.Romberg

  • Frau Weitensfelder

  • Frau Menzler

  • Und vielen anderen hier nicht Genannten.

Bei der Osterfahrt 2016 waren dabei:

Neben unseren geliebten Fahrern Konrad und Andreas Julius, Jonathan, Helena, Angelika aus Karlsruhe sowie Felix und Georg aus Bonn. Rahel und Josefine waren auch dabei und sind gleich mal dort geblieben um noch weitere Aufgaben zu erledigen. Vielen Dank an alle!

Bis auf Weiteres grüßen hier im Namen der Gruppe der Aktiven

Jonathan und Angelika luhu, die auch diesen Rundbrief zusammen gestellt haben

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