Herbst 2016 Bau der Terasse

Endlich ! Meilenstein Terasse.

Es gab und gibt Vieles, das in Amaro Kher und darum herum Mut macht, Freude macht und Spaß, weil sich an vielen Stellen zupackendes Engagement schnell in sichtbare Ergebnisse verwandelt. Und es gab in den letzten zwei Jahren aber auch zwei Worte, die fast schon leichten Horror-Status hatten:

Bitumen und Folie

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Beides darf jetzt endlich abgelöst werden durch TERRASSE! Wobei Terrasse eigentlich DACH bedeutet, und vielleicht demnächst auch Terrasse im Sinne von „gemütlicher Treffpunkt“. Der Dach-Charakter allerdings von Terrasse hatte uns in den vergangenen Monaten wirklich Sorgen gemacht, weil die Terrasse das Dach des Anbaus ist, in dem sich auch die Manufaktur befindet. Und dieses Dach gab es noch nicht begehbar, und auch nicht wirklich dicht, sondern es bestand aus Bitumen und Folie, und beides war immer wieder durch die Witterung und durch viele Füße einfach angegriffen. Dass jetzt die Terrasse als Dach entstehen konnte, lag vor allem an zwei Dingen:

Einer engagierten Geld-Sammelaktion der Schulprojektgruppe, die es ermöglicht hat, das relativ preisintensive Holz wirklich kaufen zu können. Und zum Zweiten an den beiden Terrassen-Baumeistern Julius und Lennart, die den Herbstaufenthalt vor allem auf dieser entstehenden Terrasse verbracht haben, von kurzen Mahlzeiten und ein bisschen Schlaf abgesehen. Beide hatten sich mit den ursprünglichen Baumeistern bestens vorbereitet, berechnet, ausgemessen, Material bestellt usw, um dann vor Ort festzustellen, dass eben doch alles anders ist. Da sind eben Balken von 8 auf 12 cm selten wirklich 8 x 12, sondern da gibt es Vieles drum herum: 7,5 auf 13 oder 8,5 auf 11. Das bedeutete:

10 Tage Balken für Balken einrichten, neu berechnen, anpassen, sägen und schließlich bauen: hier ist das Ergebnis: zwei übermüdete  Baumeister und ein Dach über dem Neubau, das auch Terrasse ist.

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Meilenstein: Schutz vor der Witterung !

Für Amaro Kher heißt das, dass an einer der zentralen Sorgenpunkte, was Feuchtigkeit betrifft, endlich Entspannung eintreten kann: also kein neues Bitumen, keine neuen Folien mehr und vor allem keine Angst mehr davor, dass Nässe durch das Dach kommt. Das Thema  Nässe konnte auch an anderen Stellen noch intensiver bearbeitet werden. Mehr davon in Jonathans Bericht…

Und überhaupt: Nicht nur auf dem einen Dach, sondern überall hat sich seit Sommer hat in Amaro Kher viel getan.

 

Jonathans Bericht:

Im Vorfeld der Herbstfahrt sammelten wir auf dem Herbstmarkt der Walddorfschule Karlsruhe ca. 600 Euro für Amaro Kher durch den Verkauf von Crepes und selbst gemachter Solidaritäts-Marmelade. Wir konnten viele neue Freiwillige für das Projekt gewinnen und so war es dieses Mal eine Gruppe von 13 Jugendlichen, die sich auf verschiedenem Wege nach Kriva Palanka machte. Außerdem konnten wir auf die Unterstützung von Konrad und Gerhard als Fahrer und erfahrene Erwachsene zählen, vielen Dank dafür, ohne die beiden wäre die Fahrt nicht möglich gewesen.

Luhu war natürlich auch dabei, und schon zwei Tage vorher losgefahren, um vor Ort die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen.

Ein großes Projekt war die Vorbereitung des Bades. Der Raum wurde verputzt und anschließend mit Kalkfarbe weiß gestrichen. Außerdem bekam das Bad einen Estrich-Beton Boden.

Das Bad ist noch nicht fertig ,denn es fehlen noch eine Dusche und Waschbecken.

Die Toilette im Bad ist allerdings nun benutzbar, was einen großen Fortschritt darstellt insbesondere im Winter, denn bis dahin gab es lediglich draußen ein Toilettenhäuschen im Freien.

Ein weiteres Projekt war es unfertige Stellen an welchen noch Bauschaum oder die Mauer zu sehen war, zu verputzen und anschließend die Wände mit Kalk zu streichen. Die zweite kleine Flaschenwand wurde geputzt, sodass die Wand auch von dieser Seite „leuchtet“,  und mit Kalk weiß gestrichen.

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Das mit Abstand größte Projekt war der Bau der Terasse.Die beiden Baumeister Lennart und Julius arbeiteten von früh Morgens bis spät in die Nacht um dieses Kunstwerk zu vollenden.

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Weitere Bau- und Handwerks-Projekte waren:

• Das Feuerholz für den Winter besorgen (teuer) und sägen

• Den Weg vom Tor zur Eingangstür befestigen

• ein upcycling Kleiderständer und viele liegen gebliebene und viele „Kleinigkeiten“ mehr.

Außerdem bauten wir ein Dach über dem Küchen und Bad Anbau.

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Auch wenn wir sehr, sehr viel gebaut haben- es gab noch andere, ganz wichtige Aufgaben und Projekte z.B. Die Stipendiaten finden und mit ihnen beraten schon eine ganze Weile suchen wir eine Möglichkeit, neben den Schulpatenschaften, die FutuRoma Schüler*innen betreut, etwas zu installieren, mit dem wir die älteren Schüler*innen an den Schulen halten können. Nicht nur, aber auch deshalb, weil es in Karlsruhe Menschen gibt, die genau hier helfen wollen. Wir konnten jetzt heraus finden, dass wir in Edinstvo 5 Gymnasiasten haben. Die haben wir zusammen getrommelt und ihnen erklärt, worum es geht: dass wir nämlich im Moment zwei Stipendien anbieten können, und wir mit ihnen beraten wollen, wer sie bekommen sollte. Es war sofort klar, dass eines davon an Fatima gehen sollte, die vor kurzem beide Eltern verloren hat. Das zweite- ja, da wissen wir noch nicht weiter, außer dass wir versuchen wollen, noch 3 weitere Förderer suchen wollen. Es sind Bedingungen an diese Stipendien geknüpft, die in einem Vertrag festgelegt sind: regelmäßiger Schulbesuch- aktives Mitarbeiten in der Schule- und ein kleines Projekt in Amaro Kher. Fatima hat das auch sofort umgesetzt und ist nun 1 mal die Woche mit Kindern in Amaro Kher tätig.

Unter anderem wird da gemalt. Und auch einige der Projektgruppe hatten Lust mit einigen der Nähgruppe mal wieder nach Herzenslust sich mit Farben zu beschäftigen…

Und im Anschluss haben wir dann Lichterketten daraus gebastelt.

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Neben der handwerklichen Arbeit wurde auch wieder mit den Roma-Frauen an Handar-beitsprojekten gearbeitet. Zum Beispiel wurden Kinderschürzen, Taschen und Lavendelsäckchen genäht. Es war nicht immer einfach den Frauen klar zu machen dass wir Deutschen die Nähte gera-de haben wollen und dass die Nahtzugabe wirklich dazugehört, aber alle haben sich viel Mühe gegeben, dass am Ende schöne Sachen da waren, also die Schürzen, einfache Stofftaschen die ein Laden in Karlsruhe häufiger in großen Mengen ab-kauft und Lavendelsäckchen, die am Basar in der Waldorfschule verkauft werden. Auch erste Socken und Stulpen wurden in der Zeit fertig. Die ersten Werke der Frauen mit 5 Stricknadeln – was für die an schwerere, gröbere Arbeit gewohnten Hände am Anfang gar nicht so einfach war. Auch haben wir gemeinsam große Bögen an Papier mit Wachsmalstiften bemalt, kleine Schirmchen ausgeschnitten und Lich-terketten daraus gebastelt. Mit den Kindern war es teils nicht so einfach, da auf dieser Fahrt viel gebaut wurde und wir oft das Tor zum Grundstück geschlos-sen hatten und die Kinder oft kamen, aber nicht herein konnten. Trotzdem konnten wir ein bisschen mit den Kindern malen, sie haben Mützen, Socken und Handschuhe bekommen und wenn sie mal etwas mithelfen konnten, wie zum Beispiel mit der Bo-gensäge Holz sägen oder beim Beton mischen den Sand in die Mischmaschine zu schippen, waren sie sehr motiviert bei der Sache. ( Mari)

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Und noch ein Bericht: Im Garten hat sich sehr viel getan. Als wir im Oktober am Haus ankamen, haben wir zuerst die Beete abgeerntet. Dabei kam eine erstaunliche Menge an Kartoffeln, Zwiebeln, Paprika und sogar ein paar Himbeeren zusammen. Anschließend wurde die Erde umgegraben, damit im Frühling wieder neue Pflanzen angepflanzt werden können. Die aus Karlsruhe mitgebrachten Weinpflänzchen bekamen einen Platz direkt am Zaun. So werden ihre grünen Blätter ihn hoffentlich bald überwachsen. Da der Kompost vollkommen überfüllt war, richteten wir den zweiten alten Kompost, mit ein paar zusätzlichen Brettern wieder her. Die Kinder haben ihm gleich einen neuen Anstrich verliehen. Der Pfad, der von dem Eingangstor bis zu dem befestigten Weg führte, bestand nur aus festgetretener Erde, diese weichte bei Regen schnell auf und der Pfad verwandelte sich in einen Schlammweg. Um das zu vermeiden, hoben wir einen ca. 5 cm tiefen Pfad aus und anschließend gossen wir Beton in diesen ausgehobenen Pfad. Während dieser Fahrt wurden die Außenwände des Hauses frisch verkalkt. Auch die Giebelwand im Innenraum auf der Küchen-Bad Seite wurde weiß verkalkt und die Flaschen frisch geputzt. Im zukünftigen Badezimmer wurde ein Betonboden verlegt und die Installation von den Sanitäranlagen vorbereitet. Auch hier verkalkten wir die Wände und die Decke, dabei legten wir mehrere Schichten aufeinander, sodass die Wände und die Decke glatt und weiß aussehen. Außerdem wurde der große Raum winterfest gemacht. Die Fenster bekamen schöne Fensterrahmen aus Holz und es wurde viel Holz für den Winter gesägt. ( Helena) Ein Teil der Gruppe auf der Holzkonstruktion für das Küchen-und Bad-Dach. Nicht auf dem Bild: Jonathan und Luhu

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Nachschlag: Dezember 2016: im Schulbüro der Waldorfschule Karlsruhe gehen Tag für Tag Päckchen, ja sogar einige Pakete ein. Adressatin: Schulprojektgruppe Amaro Kher. Was ist passiert? Weihnachtsmann? Nein: Weihnachtsfrauen von RAVELRY Eine aufmerksame, freundliche Strickerin des internationalen Stricknetzwerkes RAVELRY hat einen Aufruf veröffentlicht: Amaro Kher braucht neue Wolle zum Stricken….tja, wir werden wieder einen Anhänger brauchen!

 

Liebe Freunde, Förderer, Spenderinnen und alle Aktiven! Wir danken für Euren Einsatz an so vielen Stellen! 2016 war ein unglaublich intensives Amaro Kher-Jahr . Wir haben Meilensteine geschafft, im Baulichen wie in der Manufaktur. Dabei halfen denen, die hier aktiv Hand angelegt haben, diejenigen, die dem Projekt Gelder gespendet haben. Denn Vieles hat einfach auch Geld gekostet. Euch allen deshalb einen herzlichen Dank !!!!!!!