„Es ist eine Katastrophe“ Idris im Interview über die Situation in Mazedonien.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Hier folgt nun ein Interview, dass ich am 13.10.2020 mit Idris La Mustafovski geführt habe:

Jonathan:

“Hallo Idris, ich hoffe, es geht dir gut.
Wie geht es dir mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen 
Folgen? Was hat sich in deinem Leben verändert? Bist du betroffen durch 
die Situation?”

Idris:

“Mit der Pandemie geht es mir gar nicht gut. Es fühlt sich an wie in 
einem Horrorfilm, ehrlich.
Wir durften uns nicht mit Freunden und Bekannten Treffen, wir durften 
uns nicht die Hand geben, auch wenn wir mit unserer Familie sind müssen 
wir einen Meter weg von den anderen sein und klar mit Maske.
Es ist eine Katastrophe, am traurigsten ist es für die Menschen die von 
ihrer Arbeit gelebt haben, wie zum Beispiel Menschen die Flaschen 
gesammelt haben, dürfen das leider nicht.

Jonathan:

“Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf das Leben der Menschen in 
dem Roma-Viertel, Edinstvo?”

Idris:

“Die Krise ist sehr schlimm in Edinstvo, es ist sehr schlecht, Menschen 
können nicht arbeiten gehen, es gibt Menschen, die kaum warten können, 
die Sozialhilfe zu bekommen, um zu überleben. Die anderen die Arbeit 
hatten, sind Zuhause wegen Corona und können kaum überleben, es fällt 
mir schwer und es tut mir leid das zu schreiben.”

Jonathan: Wie geht es den Kindern?

Idris:

“Die Kinder sind im Moment geschützt vor dem Virus. Manche Kinder 
schreiben online, manche gehen hungrig zur Schule und wenn sie 
zurückkommen warten sie das wir ihnen etwas geben.”

Jonathan: “Wie funktioniert die Hausaufgabenbetreuung während Corona? 
Macht ihr Online-Unterricht oder dürft ihr euch in Amaro Kher treffen?”

Idris:

“Die Unterstützung der Hausaufgaben funktioniert ganz gut, die Kinder 
von der ersten bis dritten Klasse gehen zu Schule und schreiben in Amaro 
Kher ihre Hausaufgaben.
Die Kinder von der vierten bis zur neunten Klasse schreiben über das 
Online-Programm und später treffen sie sich mit den Kollegen Arti und 
Jadranka via Tablet oder Handy.
Mit manchen Kindern treffen wir uns Zuhause, vor allem bei denen die es 
schwer haben, es ist nicht so einfach, aber wir müssen so arbeiten.

Ich arbeite mit der ersten bis dritten Klasse, weil ich das möchte und 
ich bin zufrieden mit der Arbeit und dem Gehalt.
Wir respektieren die Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus. Es ist 
bedauerlich, dass wir uns nicht umarmen, berühren oder gar nicht spielen 
dürfen. Aber wir müssen die Schutzmaßnahmen respektieren.”

Jonathan: “Vielen Dank für das Interview, Idris.”

Idris: “Danke lieber Jonathan und liebe Grüße”