15.06.2014 Zweite Bauphase erster Bericht

Beginn der zweiten Bauphase

Am 26.05 hat offiziell die zweite Bauphase in Amaro Kher begonnen. Das neue Baustellenfahrzeug hat am 24.05. Kriva Palanka mit den Baumeistern, zwei Freiwilligen und einer Ladefläche voller Werkzeug erreicht. Einige erste Freiwillige waren schon eher da und haben eine neue Baustellen- und Sommerküche gebaut. Diese konnte nun Dank des eingetroffenen Werkzeugs fertiggestellt werden und der „normale“ Baustellenalltag beginnen.

Die geplanten Schritte für die zweite Bauphase sind nun der Innenausbau des großen Gemeinschaftsraums und der im Keller vorgesehenen Büroräume, der Weiterbau des runden Anbaus mit Dachterrasse, in welchem später der Computerraum entstehen soll, sowie ein weiterer Anbau an der entgegengesetzten Seite des Gemeinschaftsraums für die Küche, das WC und ein Gästezimmer. An diesen Stellen wird gleichzeitig gearbeitet und es sind bereits erste Resultate zu verzeichnen.

Im großen Gemeinschaftsraum sind inzwischen zwei Dachfenster eingebaut und im Moment wird das Dach mit Lehm und Stroh gedämmt. Im Gemeinschaftsraum wurden auch die „Mauersteine“ für die Innenwände des Anbaus produziert. Mit einem Fließen Schneider wurden Glasflaschen unterhalb des Halses durchgeschnitten und jeweils zwei Flaschenbäuche aufeinander geklebt. Im Keller war es zu Baubeginn erschreckend feucht. In der ersten Woche widmete sich daher ein Team den unteren Räumen im Haus, um es für die Zukunft trocken zu legen. Dazu wurden Putz, Wände und Boden entfernt und die feuchten Deckenbalken erneuert. Der ausgehobene Boden wurde inzwischen betoniert und auch der Boden des angrenzenden Anbaus ausgehoben. Dieser wurde im Laufe der zweiten und dritten Woche ebenfalls betoniert.
An den Außenwänden des Anbaus wurden die Fenster eingebaut und werden die Wände oberhalb des Autoreifensockels mit Lehm und gefüllten Plastikflaschen ausgemauert.
Auf der anderen Seite des Hauses, an welcher der zweite Anbau entstehen soll, wurden die letzten zwei Wände eines ehemaligen Anbaus abgerissen. Danach wurde der Raum um einen guten Meter tiefer in den Berg versetzt. Dazu wurde in der zweiten Woche, mit Hacke und Schaufel der Hang hinter dem Haus bearbeitet.
Um das Haus von dieser Seite vor dem vom Berg kommenden Wasser schützen zu können, soll hier als nächster Schritt eine Drainage entstehen.

Begleitet wurde wie immer alles von vielen Kindern und Freiwilligen aus Edinstvo und einem super Mittagessen aus der neuen Küche. Beim Vergleich mit der letzten Bauphase fällt auf, dass einiges aus der letzten Bauphase erhalten blieb und die Arbeit, bzw. das Zusammensein auf der Baustelle einen „geregelten“ Ablauf hat. Die Menschen, die sich viel auf der Baustelle aufhielten wurden gegen Ende der letzten Bauphase zu einem eingespielten Team, das auch jetzt noch besteht.
Der Umgang mit den vielen Kindern auf der Baustelle ist im Moment noch eher schwieriger als im November, jedoch kein Vergleich zum Beginn der letzten Bauphase. Das liegt natürlich daran, dass sich die Besetzung der Kinder geändert hat. Einige sind mittlerweile in Deutschland oder in einer anderen Stadt und andere sind wiedergekommen. Außerdem müssen wir den Kindern und uns natürlich Zeit geben uns wieder aneinander zu gewöhnen. Mit dieser Situation umzugehen ist aber wesentlich einfacher als letztes Jahr, da alle Beteiligten wissen wie es einmal war und das als Ziel im Umgang miteinander natürlich Sicherheit gibt.

Im Allgemeinen hat sich die Besetzung auf der Baustelle nicht nur von Seiten der deutschen Freiwilligen verändert. Der Altersdurchschnitt der Roma hat sich etwas gesenkt. Momentan sind mehr Kinder und Jugendliche auf der Baustelle anzutreffen, die das Haus immer stärker als Treffpunkt nutzen, aber genauso hilfsbereit sind wenn sie gebraucht werden.

Insgesamt sind wir mit der Entwicklung der Bauphase sehr zufrieden und sind nun gespannt wie die nächste Woche mit Angelika Ludwig-Huber und den Neuwahlen der Kontaktgruppe ablaufen wird.
Maria Trautmann